FC Basel
Dank Giovanni Sio wiederholt sich die Geschichte nicht mehr

Giovanni Sio und David Zibung sorgen für den Basler 2:0-Sieg in Luzern. Noch vor einem halben Jahr konnten die Luzerner für den Ausgleich sorgen. Am Sonntag machte Sio den Sieg der Basler dank seiner beiden Tore definitiv.

Sebastian Wendel, Luzern
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Die FCB-Spieler in der Einzelkritik
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Note 5,5 für Yann Sommer: Seine Reflexe gegen Puljic und Rangelov bewahrten den FCB vor dem 0:1. Ohne ihn hätte Basel in Luzern zumindest nicht gewonnen.
Note 5 für Taulant Xhaka: Gab den Abräumer vor der Abwehr und tat das nach dürftigem Beginn gut. Sorgte für Entlastung.
Note 5 für Philipp Degen: Hatte Rangelov total im Griff. Bewies sein technisches Repertoire ein ums andere Mal.
Note 5 für Geoffroy Serey Die: Anfangs geschont, kam er in der 62. Minute für Stocker. Gewann viele Bälle, war ein tragendes Element.
Note 5 für Naser Aliji: Er nutzte die Chance, die sich ihm wegen der Verletzten bietet, ein weiteres Mal eindrücklich.
Note 4,5 für Mohamed Eleny: Liess seine Ballsicherheit vermissen. Dafür zeigte er nicht gekannte Stärken in den Zweikämpfen.
Note 4,5 für Valentin Stocker: Der Ersatzcaptain ging kämpferisch voran. Zu Chancen kam er nicht, weil er kaum Bälle erhielt.
Note 4,5 für Marek Suchy: Zu Beginn wackelte der sonst so sichere Tscheche. Biss sich dann rein und spielte einen soliden Part.
Note 4 für Gaston Sauro: In Zweikämpfen kaum zu bezwingen. Doch geht es um die Spielauslösung, war das schlicht ungenügend.
Note 4 für Davide Callà: Hätte er nicht die tolle Flanke auf Sio vor dem 1:0 gegeben, wäre es ein Tag zum Vergessen gewesen.
Note 3 für Marcelo Diaz: Was war mit ihm los? Hing als Spielmacher völlig in der Luft. Hatte er den Ball, verlor er ihn oft gleich wieder.
Keine Benotung für Breel-Donald Embolo: Kam in der 80. Minute für Diaz. Zu kurz im Einsatz für eine Bewertung.
Keine Benotung für Fabian Schär: Bis zur 86. Minute auf der Bank, weil er gegen Valencia den gesperrten Suchy ersetzen muss.

Die FCB-Spieler in der Einzelkritik

Keystone

Geschichte wiederholt sich nicht.

Rückblende: Wir schreiben den 24. August 2013. Giovanni Sio bestreitet sein erstes Super-League-Spiel für den FC Basel – und fährt so weiter, wie er drei Tage zuvor im Champions-League-Qualispiel gegen Ludogorez Rasgrad seine Zeit bei Rot-Blau begonnen hat: Sio trifft. Damals reicht das Tor des Ivorers nicht zum Sieg, weil Dimitar Rangelov in der 93. Minute doch noch den Ausgleich für die Innerschweizer erzielt.

Am Sonntag, sieben Monate später, spielt sich in Luzern Ähnliches ab: Sio trifft. Nach 51 Minuten köpfelt er die Basler von der Strafraumgrenze aus in Führung. In der Folge drückt Luzern auf den Ausgleich, scheitert aber am eigenen Unvermögen und vor allem am mehrfach glänzend reagierenden Yann Sommer.

In der Nachspielzeit wirft der FCL alles nach vorne, in der Hoffnung, wie am 24. August den Ball irgendwie noch über die Linie zu würgen. Dass es anders kommt, dafür sorgt Giovanni Sio: Er entwischt nach 91 Minuten den aufgerückten Abwehrspielern und lupft den Ball cool an Zibung vorbei zum 2:0-Endstand ins Tor.

Blicken wir noch einmal zurück, und zwar auf den vergangenen Mittwoch: Der FCB empfängt die Luzerner zum Cuphalbfinal. David Zibung erwischt einen Sahnetag. Dank seinen Reflexen kann der FCL lange auf den Überraschungssieg hoffen, bis in der 80. Minute auch er gegen den Abschluss von Davide Callà kein Mittel findet.

Am Sonntag, vier Tage später, muss auch Zibung erkennen: Geschichte wiederholt sich nicht. Der Goalie muss die Niederlage zu einem grossen Teil auf seine Kappe nehmen. Der Hergiswiler, seit zehn Jahren der treue und starke Rückhalt beim FCL, greift bei Sios Kopfball aus 16 Metern ins Leere. Sein Fehler bricht dem bis dahin munter aufspielenden Heimteam das Genick, wie Zibung nach dem Schlusspfiff eingestehen muss: «Den muss ich einfach halten. Es tut mir leid für die Mannschaft.»

Frei das jüngste Verletzungsopfer

Der FC Basel hatte im vergangenen Frühling ausser Raul Bobadilla keine verletzten Spieler zu beklagen. Die Möglichkeit, im engen Terminplan mit Super League und Europa League mit den Kräften der einzelnen Spieler haushälterisch umzugehen, erwies sich als grosses Plus im am Ende erfolgreichen Titelkampf gegen die Grasshoppers.

Das ist in diesem Jahr anders. Seit Beginn der Rückrunde fallen regelmässig Stammkräfte aus. Gegen Luzern waren es deren Sechs, die neusten Opfer der Verletzungshexe heissen Marco Streller und Fabian Frei. Was auffällt: Ausser Ivan Ivanov (Kreuzbandriss) fehlen alle wegen muskulärer Probleme. Bei Frei, der zuvor in allen 45 Spielen zum Einsatz kam, brachen sie am Samstag auf – ohne jede Vorankündigung. Der Oberschenkel zwickt, Freis Einsatz am Donnerstag gegen Valencia ist mehr als fraglich.

Was sind die Ursachen für das FCB-Lazarett? Liegt es an der hohen Belastung (der FCB kommt in dieser Saison erneut auf rund 60 Spiel)? Wird falsch trainiert? Oder ist es einfach nur Pech? Assistenztrainer Marco Walker ist für die Fitness der Spieler verantwortlich. Er sagt gegenüber dem «SonntagsBlick»: «Wir machen nicht viel anders als in den vergangenen Jahren. Darum hinterfragen wir uns jeden Tag.» Trainer Murat Yakin mag nicht jammern, er sagt: «Letztes Jahr mussten immer wieder Stammspieler auf die Tribüne. Jetzt brauchen wir jeden Spieler. Ich vertraue auf die Qualität der Mannschaft.»

Basel verfügt zweifellos über das qualitativ beste Kader der Liga. Für ein paar Spiele mögen die Ersatz- die Stammspieler nahtlos ersetzen. So wie am Sonntag Giovanni Sio Marco Streller. Die Fragen lauten: Wie verkraftet der FCB auf Dauer die Absenz seiner Teamstützen? Wie reagieren die gesunden Spieler darauf, dass sie anders als vor einem Jahr kaum mehr Pausen erhalten? Antworten liefert das letzte Viertel der Saison.

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