Liestal
Dann dampft der Hanf halt im Schneckenloch

Die Gesellschaft für Probiotische Tradition empört sich gegen die Baselbieter Drogenpolitik – mit einem Kunstwerk. Damit wollen sie das Thema Hanflegalisierung wieder aufs Tapet bringen.

Lucas Huber
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Stiller Protest eines Hanfpflänzchens vor dem Regierungsgebäude in Liestal.

Stiller Protest eines Hanfpflänzchens vor dem Regierungsgebäude in Liestal.

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«Hans Dampf im Schneckenloch hat alles, was er will, und was er hat, das will er nicht.» Dieses Kinderlied hat sich die neu gegründete Gesellschaft für Probiotische Tradition zum Thema gemacht. Sie hat vor dem Regierungsgebäude in Liestal eine mit den Worten «Denk mal!» übertitelte Skulptur aufstellen lassen. Auf einem Podest prangt ein Schneckenhaus, in dem spriesst ein Hanfpflänzlein, unter dem Titel steht in kapitalen Lettern: «Hanf Dampf im Schnäggäloch».

Die Aussage ist unmissverständlich: Der weggesperrte Hanf hat in der Abgeschiedenheit gedampft zu werden - Konsumenten müssen im Versteckten rauchen. Und das passt der Urheberschaft nicht. Es könne nicht sein, dass die Regierung den Kopf in den Sand - oder eben den Hanf Dampf ins Schneckenloch - stecke, anstatt anständige und zukunftsorientierte Drogenpolitik zu machen. Das sind die Worte der Gesellschafter, die vorerst unerkannt bleiben wollen, überbracht vom Urheber des Werks, Künstler Willy Suter aus Tenniken.
Erster Auftritt der Probiotiker

Mit der Aktion wolle die Gesellschaft für Probiotische Tradition, deren Ausläufer sich in der ganzen Schweiz zusammentäten und diesen ersten Auftritt «als Anfang von etwas viel Grösserem» bezeichnen, einen Denkanstoss geben und das Thema Hanflegalisierung wieder aufs Tapet bringen.

Der Name der Gesellschaft ist nicht moderner Joghurtkultur entliehen, sondern soll auf die Bedeutung von probiotisch - der Wechselwirkung von Bakterium und Wirt - verweisen. Wer Wirt und wer Bakterium ist in dieser Sache, das bliebe noch zu beantworten.

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