Fasnacht
Das Aus fürs Waldenburger Guggenkonzert: «Es sind schon Tränen geflossen»

Nach 34 Jahren ist Schluss: Das grösste Guggenkonzert des Oberbaselbiets ist den Organisatoren Los Ventilos über den Kopf gewachsen.

Kelly Spielmann
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Aus für Guggenkonzert Waldenburg
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Die Los Ventilos Oberdorf kündigten erst an, das Guggenkonzert Waldenburg nicht mehr stemmen zu können.
Der Verein sei sehr traurig. Nun ist Rettung in Sicht.
Das Guggenkonzert wurde traditionell von Bekanntheiten moderiert, wie hier zum Beispiel Philippe Gerber vom SRF.
Oder Moderator Fabio Nay.
Komiker Joël von Mutzenbecher.
Oder die Miss und der Mister Schweiz 2009 Linda Fäh und André Reithebuch.

Aus für Guggenkonzert Waldenburg

Kenneth Nars

«Es sind schon Tränen geflossen», erzählt Roman Eggenschwiler. Er ist Mitglied der Los Ventilos Oberdorf und OK-Präsident des traditionellen Guggenkonzerts, das seit 34 Jahren jeweils am Fasnachtsdienstag in Waldenburg stattfindet.

Die Tränen sind an der Generalversammlung vom 11. Mai geflossen. Dann, als man sich entscheiden musste, dass das vergangene Guggenkonzert vom März das letzte war. «Es war unser Baby», sagt Eggenschwiler.

Dass das Guggenkonzert abgeschafft werden könnte, sei schon länger ein Thema, erklärt der OK-Präsident. Dafür sei hauptsächlich die sinkende Mitgliederzahl verantwortlich: «Wir haben schon seit Jahren keinen Zuwachs mehr», so Eggenschwiler.

Habe es doch mal Neumitglieder gegeben, sei es schwierig gewesen, diese zur Arbeit während der Fasnacht zu motivieren. «Das Konzert hat eine Grösse angenommen, die wir nicht mehr stemmen können», sagt Eggenschwiler.

Hohe Kosten, wenig Umsatz

Auch seien die Fixkosten gestiegen und die Umsatzzahlen gleichzeitig gesunken. «Mit einem Gewinn im dreistelligen Bereich oder gar einem Defizit abzuschliessen, ist nicht motivierend», schreibt der Verein deshalb in einem Brief, der am Mittwoch unter anderem an Sponsoren, Lieferanten, Helfer und Gönner versendet wurde.

Die knapp 20 Mitglieder haben trotz den Tränen feststellen müssen, dass es die bessere Lösung sei. «Wir mussten uns letztlich entscheiden, was wir retten wollen, das Konzert oder den Verein», so Eggenschwiler. «Wir haben uns für den Verein entschieden.»

«Den betroffenen Guggen habe ich den Entscheid am Abend, bevor der Brief versendet wurde, bereits telefonisch mitgeteilt», sagt er. Einige haben Verständnis gezeigt, andere seien traurig über den Entscheid gewesen. Ansonsten habe es noch nicht viele Reaktionen gegeben, wie Eggenschwiler erzählt. Man habe sich aber darauf eingestellt, dass diese noch kommen.

Das Waldenburger Guggenkonzert war das grösste seiner Art in der Region – elf Guggen traten letztes Jahr auf. Es ist auch bekannt dafür, dass es von Bekanntheiten moderiert wird. So waren schon Fabio Nay, DJ Antoine oder Linda Fäh mit dem Mikrofon auf der Gugge-Bühne.