Fördergesuche
Das Baselbieter Energiepaket entpuppt sich als Renner

Von Mai bis Dezember letzten Jahres reichten 1'445 Hauseigentümerinnen und -eigentümer ein Fördergesuch ein, um ihre fossile Heizung auf ein erneuerbares System umzustellen, und/oder die Gebäudehülle energetisch zu sanieren. Die Anzahl der Fördergesuche ist somit um über ein Drittel gestiegen.

Simon Tschopp
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Spätestens nach der Hälfte der Laufzeit des aktuellen Energiepakets wird dem Landrat Bericht erstattet, allenfalls steht eine Erhöhung der kantonalen Beiträge zur Debatte.

Spätestens nach der Hälfte der Laufzeit des aktuellen Energiepakets wird dem Landrat Bericht erstattet, allenfalls steht eine Erhöhung der kantonalen Beiträge zur Debatte.

Kenneth Nars

Das «neue» Energiepaket läuft seit Anfang Mai 2020. Ermöglicht hat dies die Änderung des kantonalen Energiegesetzes, das der Landrat vor einem Jahr einstimmig verabschiedet hat. Damit entschied das Parlament, das seit gut zehn Jahren bestehende Baselbieter Energiepaket bis Ende 2025 weiterzuführen.

Bis 20 Millionen Franken pro Jahr

Von Mai bis Dezember letzten Jahres reichten 1'445 Hauseigentümerinnen und -eigentümer ein Fördergesuch ein, um ihre fossile Heizung auf ein erneuerbares System umzustellen, und/oder die Gebäudehülle energetisch zu sanieren. Das sind 35 Prozent mehr Gesuche als in der Vergleichsperiode 2019. Weshalb dieser signifikante Anstieg? «Zum einen wurden die Beitragssätze genau mit dem Gedanken erhöht, dass mehr Liegenschaftsbesitzer motiviert werden können, freiwillige Massnahmen im Energiebereich umzusetzen. Zum andern ist die Luft-Wasser-Wärmepumpe beim Ersatz einer fossilen Heizung neu förderberechtigt», sagt Yves C. Zimmermann, Leiter des Baselbieter Amts für Umweltschutz und Energie.

Der Kantonsbeitrag beläuft sich bis Ende 2025 auf durchschnittlich fünf Millionen Franken pro Jahr. Er wird mit Bundesgeldern auf jährlich 15 bis 20 Millionen ergänzt; dieser Betrag unterliegt gewissen Schwankungen. 2020 wurden knapp zwölf Millionen Franken ausbezahlt – ein Grossteil davon erfolgte aufgrund der alten, tieferen Beitragssätze.

«Gute und nachhaltige Lösung»

«Wir sind zuversichtlich, auch künftig über genügend Mittel zu verfügen, weil das Baselbieter Energiepaket grundsätzlich einen guten Wirtschaftsfaktor hat», erklärt Zimmermann. Spätestens nach der Hälfte der Laufzeit des aktuellen Energiepakets wird dem Landrat Bericht erstattet, allenfalls steht eine Erhöhung der kantonalen Beiträge zur Debatte.

Luft-Wasser-Wärmepumpen sind am meisten gefragt. Dafür gingen letztes Jahr 577 Gesuche ein. Dieses System ist laut Zimmermann eine «gute und nachhaltige Lösung», mit Umweltwärme zu heizen und Warmwasser zu produzieren. Zudem sei die Umsetzung relativ einfach und vor allem individuell und unabhängig möglich. Im Kanton Baselland sind derzeit noch rund 48'000 fossile Heizungen in Betrieb, 27'000 davon müssen altersbedingt in den nächsten Jahren ersetzt werden. Um die Gebäudehülle zu sanieren, wurden im Jahr 2020 gut 800 Fördergesuche eingereicht. Mit dem jetzigen Energiepaket wird der Ersatz von Fenstern nicht mehr finanziell unterstützt.

Nach Rechtsstreit prüft der Kanton die Gesuche

Die Federführung des Baselbieter Energiepakets liegt bei der Bau- und Umweltschutzdirektion. Deren Amt für Umweltschutz und Energie bearbeitet die Fördergesuche. Dafür war bis 2017 die IWF AG, eine Tochter der Wirtschaftskammer, zuständig. Nach einem Rechtsstreit um die Neuausschreibung holte die Regierung diese Arbeiten wieder zurück. Die Wirtschaftskammer ist aber nach wie vor Partnerin des Energiepakets, neben der Basellandschaftlichen Kantonalbank, der Elektra Baselland, Primeo Energie und dem Hauseigentümerverband Baselland.