Psychiatrie Baselland
Das doppelte Jubiläum wurde mit Lobeshymnen gefeiert

Die offizielle Feier zum doppelten Jubiläum der Psychiatrie Baselland in Liestal fand am Mittwoch mit prominenten Gästen statt. Regierungsrat Thomas Weber liess es sich nicht nehmen, die Institution gebührlich zu loben.

Tobias Gfeller
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Begegnungstage, eine Ausstellung und vieles mehr gehören zum Programm.
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Regierungsrat Thomas Weber bei seiner Rede und der Ankündigung von Anna Rossinelli.
Jubiläum der Psychiatrie Baselland

Begegnungstage, eine Ausstellung und vieles mehr gehören zum Programm.

Die Baselbieter Politik war fast durchgehend vertreten. Es war dies ein Zeichen der Wertschätzung gegenüber der Psychiatrie Baselland, die in den 80 Jahren ihres Bestehens Bahnbrechendes erreicht hat.

Verwaltungsratspräsidentin Alice Scherrer lobte die Entwicklung der Baselbieter Psychiatrie in den höchsten Tönen. «Der Umgang mit psychischen Krankheiten ist längst kein Tabu mehr.» Sie benannte damit wohl die grösste Leistung der Psychiatrie allgemein. «Das Jubiläum soll auch Anlass sein, den Menschen, die hier Anlauf finden, ein Gesicht zu geben.»

Es war dies am Mittwoch ein Doppeljubiläum. Denn genau 80 Jahre vor der Psychiatrie Baselland wurde die «Pfrund» – die Anstalt für geistige und körperliche Leiden – gegründet. CEO Hans-Peter Ulmann sprach dementsprechend auch von einer stetigen Entwicklung, die nie aufhören dürfe. «Einst dominierten Vorurteile und fehlendes Wissen die Psychiatrie. Die Akzeptanz der psychischen Erkrankungen hat seitdem enorm zugenommen.»

Auch der Baselbieter Gesundheitsdirektor Thomas Weber (SVP) lobte die Psychiatrie, von der er während seiner Amtszeit nur positive Eindrücke gewann. Er wies auf die wachsende Bedeutung der Vernetzung der verschiedenen Disziplinen der Gesundheitsversorgung hin. «Gefragt sind Übergänge und Brücken.»

Das ganze Wesen der Psychiatrie

Noch bis zum 27. November, wenn Liestals Stadtpräsident und Historiker Lukas Ott seine Publikation zur Geschichte der Psychiatrie Baselland präsentiert, zeigt eine umfangreiche Ausstellung das ganze Wesen der psychiatrischen Behandlung. «Wir wollen mit der Ausstellung eine Brücke zum Jubiläum schlagen», erklärt Projektleiter Stephan Graus.

Natürlich ist der ganze Umfang der Psychiatrie nicht in einer Ausstellung aufzufangen. Doch Stephan Graus und seinem Team aus Therapeuten und Ärzten, die die Ausstellung inhaltlich gestalteten, ist es gelungen, nicht direkt Betroffenen einen tiefen Einblick in den psychiatrischen Alltag zu geben. «Wir wollten die Identität der Psychiatrie Baselland zeigen», so Graus. Die wichtigsten Begrifflichkeiten seien das Angebot, die Gebäulichkeiten und die Mitarbeitenden.

Gleich zu Beginn wird der Besucher vor einen Spiegel geführt, der ihn nur von hinten zeigt. Für den Menschen eine aussergewöhnliche Perspektive, die auch Verunsicherung schafft und so die Situation vieler neuer Patienten zu Beginn ihrer Behandlung aufzeigt.

Mittels Bildern und Installationen wird einem diese Verunsicherung immer wieder vor Augen geführt. Sei es beim ersten Gespräch mit einer Therapeutin oder bei der Beantwortung von Fragen. Am Ende der vielschichtigen Ausstellung schliesst sich der Kreis der Behandlung. In mehreren Spiegeln sieht sich der Besucher von vorne und kommt so nicht drum herum, sich direkt anzuschauen.