Unihockey
Das Erfolgskonzept des UHC Nuglar United

Der Unihockeyclub Nuglar United steckt nicht erst seit der Cupfinalteilnahme und der Qualifikation für die Playoff-Viertelfinalspiele in seiner Blütephase. Ein Blick in die Gegenwart und Zukunft des Dorfvereins.

Adrian Gottwald
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Stolze Gesichter beim Erstligisten Nuglar. Uniteds Yannick Tanner während der Medaillenübergabe.

Stolze Gesichter beim Erstligisten Nuglar. Uniteds Yannick Tanner während der Medaillenübergabe.

Der Unihockey-Cupfinal der Kleinfeldteams in diesem Jahr schien wie ein Duell David gegen Goliath.

Auf der einen Seite der kleine UHC Nuglar United, dessen grösster Erfolg eben der Einzug in diesen Final ist. Auf der anderen Seite die Berner Hurricanes II, die den Pokal bereits fünf Mal in die Höhe stemmen konnten und deren Kader ähnlich einem Legenden-Team des Schweizer Unihockey ist.

Für die Schwarzbuben war also bereits das Antreten in der Wankdorfhalle ein Erlebnis. Dementsprechend gut war auch die Stimmung nach dem Spiel, obwohl daraus eine knappe 8:12 Niederlage resultierte.

Erstklassige Juniorenförderung

Festzuhalten bleibt, dass der Abstand zu den nationalen Spitzenmannschaften immer kleiner wird. Es ist davon auszugehen, dass dieser Erfolg keine Eintagsfliege war.

In Nuglar wurde vor Jahren ein seriöses Vereinskonzept herausgearbeitet, welches erfolgreich umgesetzt wird. Die aktuellen Ergebnisse sind die Früchte davon.

Die Juniorenarbeit ist beispielhaft und Jahr für Jahr gelingt es aufs Neue, hoffnungsvolle Talente in die erste Mannschaft zu integrieren. Wo viele andere ambitionierte Mannschaften kein Risiko eingehen und lieber einen gestandenen Spieler verpflichten, bevorzugt es Nuglar, seine Eigengewächse ans Team heranzuführen.

Auch in Zukunft will der Verein nicht wahllos Spieler verpflichten. «Falls ein Spieler der Swiss Mobiliar League Interesse zeigen sollte, werden wir dies selbstverständlich prüfen. Doch nicht nur das spielerische Können, sondern auch das Menschliche haben Einfluss auf unseren Entscheid.», so Christian Saladin, Präsident des UHC Nuglar United.

Keine Angst vor Abgängen

Vor einem «Ausverkauf», wie er im Fussball in vergleichbaren Situationen häufig eintritt, hat Saladin keine Angst. «Seit dem Konkurs von Basel Magic fehlen den jungen Spielern die Alternativen. Zudem haben sie bei uns die Möglichkeit, im freundschaftlichen Kreis Erfolge zu feiern.»

Falls für einen Spieler der Absprung zu einem Grossclub in den Fokus rücken würde, stehe ihm der Club jedoch nicht im Weg. «Es wäre schön, auch einmal einen Nationalspieler aus der eigenen Juniorenabteilung anzufeuern», sagt Saladin.

Unterschied Kleinfeld - Grossfeld

Im Unihockey unterscheidet man zwischen Klein (24x14 Meter)- und Grossfeld (40x20 Meter). Der mediale Fokus und das Zuschauerinteresse ist vor allem auf das Grossfeld gerichtet. Trotzdem wird in vielen kleineren Gemeinden durch das Fehlen einer Dreifachhalle weiterhin am Kleinfeld-Unihockey festgehalten

Sorgenkind Infrastruktur

Trotz dem grossen Interesse an den momentanen Resultaten der Schwarzbuben, gilt Unihockey auf dem Kleinfeld als Auslaufmodell. Ein Wechsel aufs Grossfeld ist deshalb ein vieldiskutiertes Thema.

Gemäss Saladin sei dies jedoch kaum realisierbar: «Auf Grund der Infrastruktur und der Zielsetzungen kommt ein Wechsel für uns nicht in Frage. Das Kader ist zudem zu schmal, um ein Grossfeldteam zu stellen.»

Die Hallensituation ist ein Problem, welches viele Vereine kennen. Auch bei Nuglar wäre man froh, weitere Ressourcen zu haben. «Mit unseren aktuellen Teams stossen wir bereits jetzt an die Kapazitätsgrenzen. Trainings in anderen Gemeinden sind durch die erschwerten Bedinungen und hohen Kosten kein Thema mehr», so der Präsident.

Cupabenteuer

Trotzdem ist es möglich, die Solothurner auf dem Grossfeld zu sehen. Sie haben sich wie bereits in dieser Saison, als mit Frenkendorf und Riehen zwei Grossfeldteams ausgeschaltet werden konnten, für den Grossfeld-Cup angemeldet.

Bei diesem Abenteuer steht aber gemäss Saladin der Spass im Vordergrund. «Unsere Prioritäten während der Vorbereitung setzen wir ganz klar auf das Kleinfeld-Unihockey.»

Hoffnungen auf den Meistertitel

Auf die Frage, ob nun der Gewinn der Meisterschaft das formulierte Ziel sei, antwortete Saladin: «Unsere Saisonziele haben wir mit dem Erreichen der Playoffs und des Cupfinals bereits erreicht. Doch nach den starken letzten Spielen, ist nun alles möglich».

Die Hoffnungen der Gegner, dass Nuglar überheblich auftreten wird, begräbt er jedoch im selben Atemzug wieder: «Vom Titel zu sprechen, wäre verwegen. Zuerst kommt eine sehr schwierige Aufgabe mit Mümliswil auf uns zu.»

Diese sympathische, bodenständige Art - Sie passt zum kleinen Dorfverein, der daran ist, die Schweizer Unihockeyszene aufzumischen.