Öffentlicher Verkehr
Das «FreeNet» der BLT hat bereits über 10000 registrierte Benutzer

Die Baselland Transport AG bietet seit über einem Monat kostenloses Internet in den Tango-Trams. BLT-Chef Andreas Büttiker ist zufrieden, denn bereits über 10000 Personen haben sich für das Angebot registriert. Und dass Angebot wird noch ausgebaut.

Franziska Zambach
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Das kostenlose W-Lan «FreeNet» in den Tango-Trams wird von den Fahrgästen rege benutzt.

Das kostenlose W-Lan «FreeNet» in den Tango-Trams wird von den Fahrgästen rege benutzt.

Kenneth Nars

Jüngst stellte die Baselland Transport AG (BLT) ihre neuste Tramflotte um und rüstete sie für die Zukunft. Seit dem 10. Februar 2012 erhalten die Passagiere in den Tango-Trams via Hotspots kostenlosen Zugang zum Internet.

BLT-Chef Andreas Büttiker benutzt selbst das kostenlose W-Lan-Angebot im Tango-Tram.

BLT-Chef Andreas Büttiker benutzt selbst das kostenlose W-Lan-Angebot im Tango-Tram.

Nicole Nars-Zimmer

Zweiter Hotspot wegen grosser Nachfrage

«Das kostenlose W-Lan wird täglich von bis zu 1000 Fahrgästen genutzt. Zu den Hauptzeiten um acht Uhr morgens und zwischen fünf und sieben Uhr abends registrieren wir am meisten Nutzer», bilanziert Büttiker. Das Maximum seien 39 Personen, die gleichzeitig das «FreeNet» nutzen. Deshalb hat die BLT in den Tango-Trams noch einen zweiten Hotspot installiert.

«Wenn sich so viele Benutzer gleichzeitig über den Hotspot einloggen, dann kann die Antwort-Geschwindigkeit rapide abnehmen», sagt Büttiker. Diese Massnahme sei aber rein präventiv. Negative Rückmeldungen seien bis anhin bei der BLT keine eingegangen.

Vorwiegend positive Rückmeldungen

«Es gab zwei Rückmeldungen, die sich Sorgen machten wegen der vermehrten Strahlenbelastung» erzählt Büttiker. Aber diese Zahl sei sehr niedrig. «Und Kritiker gibt es überall.» Die BLT nehme aber jede Bedenken ernst, deshalb seien die W-Lan-Router auch vom Bundesamt für Kommunikation getestet worden.

Positive Reaktionen habe es schon eher gegeben. «Eine Frau schrieb uns, dass sie dank dem Surfen im Tram auf einem Partnervermittlungsportal ihren neuen Partner gefunden habe. Das ist natürlich eine schöne Geschichte», lacht Büttiker.

Vor allem sei das «FreeNet» in den Tango-Trams ein Mehrwert für die Passagiere. Die Kosten werden durch die vermehrten Werbeeinnahmen gedeckt, die mit der Taktverdichtung einhergingen. «Mehr Tramwagen sind auf den BLT-Linien unterwegs - und dementsprechend mehr Werbeflächen können vermietet werden», erklärt Büttiker.

Postauto ist keine Konkurrenz

Die Postauto Schweiz AG möchte nun ihren Passagieren auch kostenlosen Internetzugang gewähren. Dafür rüsten sie 300 Postautos in der ganzen Schweiz bis 10. April um. 80 davon verkehren im benachbarten Kanton Aargau. Die Linien in der Region Basel sollen bis Ende Jahr mit drahtlosen Internet-Modulen bestückt werden.

Büttiker sieht im kostenlosen Wifi-Angebot der Postautos keine Konkurrenz. Im Gegenteil sieht er dem Angebot postiv entgegen: «Es stärkt den öffentlichen Verkehr in der Region, wenn die Postautos ihren Fahrgästen nun auch kostenlosen Internetzugang gewähren.»

Die Busse der BLT werden aber deshalb nicht auch noch mit Hotspots bestückt, sagt Büttiker. Die Fahrzeit auf den Bus-Linien seien zu kurz, die Busfahrt zu holprig und die Fahrzeuge zu vollgestopft, als dass es Sinn machen würde, das «FreeNet»-Angebot auf die Busse auszuweiten, erklärt er. «Vielleicht werden wir in Zukunft auch noch die Busse umrüsten, aber momentan setzen wir unseren Fokus auf die Tramlinien.»