Therwil
Das Gemeindepräsidium bleibt in den Händen der FDP

Reto Wolf wird Gemeindepräsident und damit Nachfolger seines FDP-Parteikollegen Heiner Schärrer. Mit 1404 Stimmen setzte er sich gegen Gregor Gschwind (986) durch.

Martin Merk
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Reto Wolf (rechts) macht das Rennen vor Gregor Gschwind (links). mme

Reto Wolf (rechts) macht das Rennen vor Gregor Gschwind (links). mme

Mit Reto Wolf (FDP) hat der bisherige Finanzleiter des Gemeinderats die Wahl zum Gemeindepräsidenten Therwils mit 58 Prozent der Stimmen gewonnen. Der Gegenkandidat Gregor Gschwind (CVP) kam auf 41 Prozent. Damit geht der erste Wahlkampf um das Präsidentenamt seit vielen Jahren mit einem Ergebnis zu Ende, das deutlicher ausfiel als im Vorfeld erwartet.

«Die Deutlichkeit des Resultats hat mich auch ein bisschen überrascht, aber ich bin froh, dass ich eine breite Unterstützung habe», sagt Wolf. «Ich habe in den letzten Jahren bewiesen, dass ich Projekte im Gemeinderat lenken und leiten kann. Das Resultat macht die Ausgangslage klar und hilft mir beim Start.»

Die Therwiler hatten zwei Mitte-Kandidaten zur Auswahl, deren Programm sich nicht wesentlich unterschied. Umso mehr ihre Art: Wolf, der Geschäftsführer eines Arlesheimers Alterszentrums, ging mit seiner Berufserfahrung auf Stimmenfang und präsentierte sich als dynamischer, sachorientierter Macher, der gerne Nägel mit Köpfen macht. Gschwind warb mehr auf der emotionalen Ebene. Der Landwirt versuchte sich volksnaher zu präsentieren, sah sich auch als ein möglicher Dorfvater, der sich Meinungen anhört und analysiert, bevor Entscheidungen gefällt werden.

Wahl dank SVP-Support

Am Schluss machte Wolf das Rennen. Ihm kam auch gelegen, dass er die einzige Wahlempfehlung einer anderen Partei erhielt. Die SVP empfahl Wolf, auch weil man sich bei den nächsten Wahlen die FDP am ehesten als Partner vorstellen kann.

Nach dem Wahlkampf steht nun wieder die Arbeit im Vordergrund und damit die Zusammenarbeit in der Therwiler Exekutive. «Letztendlich funktioniert die Gemeinde nur als Gremium. Es ist wichtig, dass wir am selben Strang ziehen», sagt Wolf. Auch Gschwind freut sich, im Gemeinderat die Themen anzupacken mit einem neuen Präsidenten, auch wenn er sich natürlich einen anderen Wahlausgang erhofft hätte. «Wir hatten einen fairen, sachlich geführten Wahlkampf und konnten über Themen diskutieren, die sonst vor sich hinschlummerten», blickt er zurück.

Für Wolf wird es eine kurze erste Amtszeit. Bereits im März stehen die Gesamterneuerungswahlen an. Im Prinzip könnte sich dann bereits wieder alles ändern. Gschwind machte jedoch klar, dass er die Wahl des Volks akzeptiert und nächstes Jahr keine erneute Kampfwahl um das Präsidium plant. Es ist damit gut möglich, dass Wolf für längere Zeit an der Spitze bleibt.

«Ich hoffe, dass ich im Frühling wiedergewählt und als Gemeindepräsident bestätigt werde, aber die Wahlen stehen bei mir momentan nicht im Vordergrund», sagt Wolf. «Nun stehen einige Projekte an wie das neue Schulhaus, das rund 30 Millionen Franken kosten wird sowie andere Hochbauten. Mein spezielles Augenmerk richte ich darauf, dass die Finanzen trotz der hohen Investitionen weiterhin im Lot bleiben.»