Bahnhof Liestal
Das neue Parkhaus spendieren die SBB als Zugabe

Eine neue Park-and-Ride-Anlage auf der Südseite soll die Pendlerströme aus dem Oristal und Dorneckberg besser auffangen.

Bojan Stula
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Das geplante Parkhaus (Pfeil) auf der Bahnhof-Südseite im Modell.

Das geplante Parkhaus (Pfeil) auf der Bahnhof-Südseite im Modell.

Bojan Stula

Ein neues Parkhaus auf der Südseite des Bahnhofs: Es war eine kleine Sensation, die sich im Wust der SBB-Informationen zum Vierspurausbau versteckte. Vieles von dem, was SBB-Gesamtprojektleiter Josef Lientscher gestern im Liestaler Rathaus präsentierte, war bereits in den Grundzügen bekannt. Doch das neue Parkhausprojekt stellte eine handfeste Überraschung dar.

Dort an der Biegung der Oristalstrasse, wo heute noch das Industriegebäude von «Musique Favre» vor sich hingammelt, soll künftig eine Park-and-Ride-Anlage mit 85 Parkplätzen zu stehen kommen. Der ganze Neubau ist gemäss dem gestern präsentierten Modell als ebenerdige Anlage konzipiert, die sich der Oristalstrasse entlang zieht.

Da das Parkhaus kein benachbartes Wohngebäude überragen soll, sei auch nicht mit allzu viel Widerstand von Anwohnern zu rechnen, zeigt sich Liestals Stadtpräsident Lukas Ott hoffnungsvoll. Durch die P+R-Anlage sollen die durch den Bahnhofsneubau wegfallenden Parkplätze am Emma Herwegh-Platz kompensiert werden, wobei die Gesamtzahl der Parkplätze in Bahnhofsnähe laut Ott unverändert bleibt.

Einzigartig sei das Projekt insofern, als es von der Abteilung SBB-Infrastruktur finanziert, gebaut und betrieben werden wird. Dies im Gegensatz zum geplanten Liestaler Bahnhofsneubau, der unter die Verantwortung von SBB-Immobilien fällt, die auch sonst in aller Regel für die Hochbauten entlang von Bahnlinien verantwortlich ist. Da somit dieselbe Bauherrschaft des Vierspurausbaus gleich noch eine P+R-Anlage erstellt, sei eine bestmögliche Abstimmung der Bauabläufe garantiert, ist Ott überzeugt.

Das neue Parkhausprojekt stellt Ott als Verhandlungserfolg der Stadt Liestal dar. Die Stadt habe bei den SBB auf eine solche P+R-Anlage gedrängt, um den Auto-Pendlerinnen und -Pendlern aus dem Oristal und Dorneckberg eine hindernisfreie, direkte Zufahrt zum Bahnhof zu ermöglichen. Die dahinter steckende Überlegung: Jedes Fahrzeug, das auf der Südseite des Bahnhofs bleibt, entlastet gleichzeitig die Oristal-Unterführung und den verkehrsreichen Strassenknoten an der Kantonalbank-Kreuzung auf der Nordseite. Dass SBB-Infrastruktur der Stadt Liestal entgegenkomme und durch den Bau eines eigenen Parkhauses eine Ausnahme mache, zeige nur, wie ernst die Bundesbahnen den Bahnknoten Liestal inzwischen nähmen, sagt Ott: «Das Parkhaus ist ein wichtiges Puzzleteil, um die Verkehrsströme beim Bahnhof zu entflechten.» «Unbedingt» weitergeführt soll auch die Velostation werden.