Allschwil
Das neue Schulhaus nimmt die ersten Hürden

Der Allschwiler Einwohnerrat hat die ersten Entscheide zum Projekt «Unser neues Schulhaus» gefällt. Das Gemeindeparlament folgte dem Gemeinderat und stimmte allen Anträgen zu.

Regula Vogt-Kohler
Merken
Drucken
Teilen
Neubau statt Sanierung: Historisches Primarschulhaus Gartenstrasse wird ersetzt. Kenneth Nars

Neubau statt Sanierung: Historisches Primarschulhaus Gartenstrasse wird ersetzt. Kenneth Nars

Alle Fraktionen hatten sich davon überzeugen lassen, dass ein Neubau auf dem Gartenhof einer Sanierung der Schulhäuser Gartenstrasse und Bettenacker vorzuziehen sei. Der für Raumplanung zuständige Gemeinderat Christoph Morat wies an der Einwohnerratssitzung darauf hin, dass selbst bei einer Sanierung ein neues Schulhaus nötig würde, um den Platzbedarf zu decken. Das hätte Kosten von 59 Millionen Franken zur Folge. Die Neubau-Variante ist um rund 10 Millionen günstiger.

Auch für den Kauf der Sportanlage der UBS am Hegenheimermattweg als Ersatz für den Gartenhof führte Morat Zahlen ins Feld: Der Bodenpreis auf dem Gartenhof liegt mit 1200 Franken pro Quadratmeter um ein Mehrfaches über jenem im linksufrigen Bachgrabengebiet. Vor diesem Hintergrund überrascht es nicht, dass sich niemand gegen die Verlegung des Sportplatzes wehrte. Nur Julia Gosteli (Grüne) bedauerte, dass «Sport vor Ort» nicht mehr möglich sei.

Obligatorisches Referendum?

Aus dem Umstand, dass sich die Sportanlage am Hegenheimermattweg auf zwei Grundstücke mit unterschiedlichen Eigentümern erstreckt, ergibt sich ein Problem, auf welches Hans-Peter Tschui (SVP) aufmerksam machte: Nimmt man die vom Einwohnerrat bewilligten Kredite zusammen, ergibt sich mit 3,925 Millionen Franken ein Betrag, der ein obligatorisches Referendum auslösen würde. Der Gemeinderat habe den Rechtsdienst beauftragt, dies im Detail abzuklären, teilte Gemeindepräsident Anton Lauber auf Anfrage mit. Der grössere der beiden Kredite beträgt 2,9 Millionen Franken; die Finanzkompetenz des Einwohnerrates reicht bis drei Millionen Franken.

Zu keinen Diskussionen Anlass gab der Kredit von 409000 Franken für die Durchführung eines öffentlichen Architekturwettbewerbs für das neue Schulhaus. Mehrere Votanten hielten jedoch fest, dass die Grösse des Primarschulhauses und die Ballung von Schulanlagen am Lettenweg problematisch sein könnten. Dieses Problem könne mit der Architektur entschärft werden, sagte Jürg Vogt (FDP) als Präsident der vorberatenden Verkehrs- und Planungskommission.

Bedenken löste auch die Sorge um Freiflächen aus: Jürg Vogt, Jean-Jacques Winter (SP/EVP), Jérôme Mollat (FDP/GLP) und Julia Gosteli sprachen sich dafür aus, diesen Aspekt zu beachten – besonders im Hinblick auf den Verkauf und die Überbauung des Areals Bettenacker.

Neubau kommt nicht früher

Verläuft weiterhin alles nach Plan, wird das neue Schulhaus im Frühling 2016 bezugsbereit sein. Einen Antrag der FDP/GLP auf eine zeitliche Straffung des Projekts um ein (Schul-)Jahr lehnte der Einwohnerrat ab. Die FDP/GLP hatte sich von einer Beschleunigung Einsparungen versprochen. Diesem Argument stand jedoch eine Erhöhung des Kostengenauigkeitsfaktors von +/– 5 auf +/– 10 Prozent gegenüber.