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Das sagen Weggefährten zum Rückzug des Politik-Shootingstars Diego Stoll

Die Ankündigung von Diego Stoll, sich aus der Politik zurückzuziehen, sorgt rundum für Bedauern. Auch politische Gegner finden für den Shootingstar der SP nur gute Worte.

Andreas Hirsbrunner
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Reaktionen Rücktritt Stoll
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SP-Partei-Präsident Adil Koller bedauert den Rückzug: «Er ist mit seiner juristischen Fachkompetenz wichtig für die SP-Fraktion»
Claude Janiak trifft die Entscheidung von Stoll, aufzuhören: «Das ist ein Schock für mich. Und für die Partei und das Parlament ist es ein grosser Verlust.»

Reaktionen Rücktritt Stoll

Kenneth Nars

Einer der Hoffnungsträger der baselbieter SP zieht sich aus der Politik zurück: Diego Stoll. Für den Präsidenten der SP Baselland, Adil Koller, kommt Stolls Ankündigung nicht ganz überraschend. Schon in den letzten Monaten habe man in der Fraktion Stolls berufliche Beanspruchung bemerkt, weil er jeweils vor und nach den Landratssitzungen sowie über Mittag in sein Anwaltsbüro gegangen sei, um zu arbeiten. Er und Stoll hätten auch darüber geredet, und am vergangenen Wochenende habe ihm Stoll seinen definitiven Entschluss mitgeteilt.

Koller sagt dazu: «Ich verstehe, dass er seinen Fokus so legt, bedaure das aber sehr. Er ist mit seiner juristischen Fachkompetenz wichtig für die SP-Fraktion.» Auch gehe mit seinem Rückzug zumindest vorläufig ein politisches Talent verloren. Verloren gehen für die SP im Wahlbezirk Liestal auch Stimmen. Koller, der sich im März im ganzen Kanton Zugewinne für die SP verspricht, sagt: «Mit der Lokomotive Diego Stoll wäre in Liestal ein dritter Sitz sicher einfacher zu gewinnen gewesen.»

Der Vorstand der SP Liestal hat am Montagabend anstelle Stolls Peter Küng für die Landratswahlen nachnominiert. Küng, aktueller Einwohnerratspräsident in Liestal, sass schon bis 2015 im kantonalen Parlament und musste wegen der Amtszeitbeschränkung zurücktreten.

Claude Janiak ist schockiert über Stolls Entscheidung

Völlig überraschend kommt Diego Stolls Rückzug für SP-Ständerat Claude Janiak: «Das ist ein Schock für mich. Und für die Partei und das Parlament ist es ein grosser Verlust.» Stoll sei ein Brückenbauer und in der Lage, über die Parteigrenzen hinweg Lösungen zu finden. Er schätze diese zielführende Art des Politisierens sehr.

Janiak machte aus seiner Hochachtung für den Polit-Youngster schon 2015 nach dessen glänzender Wahl in den Landrat – Stoll machte als Neuling kantonsweit das zweitbeste Resultat – kein Geheimnis und forderte: «Die Landratsfraktion sollte ihm unbedingt ein Kommissionspräsidium geben, damit er sein Profil weiter schärfen kann.» Dazu kam es allerdings nicht.

Aber nicht nur aus den Reihen der Genossen kommt Bedauern. FDP-Landrat Marc Schinzel twitterte gestern zu Stolls Rückzug: «Das bedaure ich sehr. Diego Stoll ist ein äusserst kompetenter Jurist mit klarer Haltung, der die Sache ins Zentrum stellt. Er ist ein Brückenbauer, der ohne Berührungsängste gegenüber anderen Parteien tragfähige Lösungen sucht. Leute wie ihn brauchen wir!» Und auch CVP-Landrat Pascal Ryf twitterte: «Sehr schade Diego.»