Reinach
Das Schwimmbad mit überdachtem 50-Meter-Becken wird nicht gebaut

Das überdachte 50-Meter-Becken in Reinach wird wohl nicht gebaut. Der Gemeinderat sieht keine Möglichkeit dafür im Dorf, weder beim jetzigen Gartenbad noch in der Sportzone Fiechten. Nun läuft die Suche nach Alternativen.

Leif Simonsen
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Das Gartenbad in Reinach wird nicht durch eine Schwimmhalle ergänzt.

Das Gartenbad in Reinach wird nicht durch eine Schwimmhalle ergänzt.

Archiv/Heinz Dürrenberger

Diese Niederlage sportlich zu nehmen, fällt nicht nur den Sportschwimmern schwer: Der Reinacher Gemeinderat kommunizierte gestern, dass er keine Möglichkeit für ein gedecktes 50-Meter-Schwimmbecken im Dorf sieht. Das hat die Prüfung der beiden möglichen Standorte beim jetzigen Gartenbad und der Sportzone Fiechten ergeben.

Zum einen macht der Gemeinderat die «überregionale oder gar nationale Bedeutung» eines solchen Beckens verantwortlich. «Ein solches Projekt lokal zu planen, ist unmöglich», sagt der Reinacher Gemeindepräsident Urs Hintermann. «Da braucht es die Kantone, den Schwimmverband und womöglich noch den Bund.»

Die Idee war eine Totgeburt

Die Idee eines überdachten 50-Meter-Beckens war in seinen Augen somit eine Totgeburt. «Beat Böhlen, der das Postulat eingereicht hat, hat klipp und klar gesagt, dass er für das Becken nur den Standort beim heutigen Gartenbad vorsieht.» Dort sei der Bau eines solchen Grossprojekts ohnehin nicht zulässig, da es die Grundwasserschutzzone für rund 53 000 Menschen im Birs- und Leimental sei. «Das war ein Eigentor Böhlis», sagt Hintermann.

Schwimmsportzentrum für die ganze Region

Die Sportdirektoren in den beiden Basel zeigen sich enttäuscht über den Entscheid der Reinacher. Der Baselbieter Regierungsrat Urs Wüthrich ist überzeugt, dass das Projekt zur Attraktivitätssteigerung der Gemeinde beigetragen und sich als Schwimmsportzentrum für die ganze Region positioniert hätte. Bei seinem Basler Kollegen Christoph Eymann lassen sich auch kritische Töne raushören: «Ich bedaure, dass wir in Reinach nicht Stellung dazu beziehen konnten. Wir hatten keinen Kontakt. Offenbar sind der Reinacher Gemeinderat und die Basler Regierung zu wenig vernetzt.» Eymann glaubt, dass der Entscheid anders hätte ausfallen können, hätten die Reinacher von der finanziellen Unterstützung aus der Stadt gewusst.

Das Thema ist vom Tisch

Der Gemeindepräsident will sich zukünftig nicht prinzipiell gegen ein derart grosses Bauprojekt stellen; er kann sich aber nicht vorstellen, dass Reinach objektiv dafür am besten für eine solche Schwimmhalle geeignet sei.Das Thema Hallenbad ist in Reinach gleichwohl vom Tisch, auch wenn der Einwohnerrat am 26. September das letzte Wort hat.

Die Fürsprecher in der Region wollen aber nicht lockerlassen. Eymann verspricht die Suche nach Ersatzstandorten: «Eine von der Regierung eingesetzte Arbeitsgruppe soll jetzt bis November dazu berichten. Wir konzentrieren uns jetzt bei der Standortsuche auf andere Areale.» Dabei blickt er über die Stadtgrenzen hinaus, zumal er für ein 50-Meter-Becken in Basel keinen Platz sieht. Der Basler CVP-Grossrat André Weissen bringt «spontan» das Schänzli-Gebiet in Muttenz ins Spiel. Sein Vorstoss zum Umbau des bestehenden 25-Meter-Beckens im St.Jakob liege «derzeit auf Eis», wie er sagt. Ein Hallenbad, das von beiden Kantonen getragen werde, sei erfolgsversprechender. Auch er denkt über Standorte im Baselbiet nach. Die Kosten könnte man sich dann brüderlich teilen - 10 Millionen die Basler, 10 Millionen die Baselbieter und 10 Millionen durch eine so genannte Public Private Partnership (PPP) beigesteuert werden.

Hoffnung auf Gelder aus dem Swisslos-Sportfond

Beide Basel scheinen indes gewillt, Mittel aus dem Swisslos-Sportfonds zu sprechen. Baselland habe sich stets positiv geäussert und auch klare Finanzierungszusicherungen gemacht. «Dies gilt unverändert», sagt Wüthrich. Zahlen werden hüben wie drüben nicht genannt. Eymann aber verweist auf den Rankhof: Auch hier habe Basel-Stadt «ziemlich viel» Geld aus dem Fonds gesprochen.