Trockenheit
Den Basler Bauern geht bald das Wasser aus

Die Trockenheit treibt den Bauern die Schweissperlen ins Gesicht. Die Arisdörfer Landwirte befürchten, dass ihre eigenen Quellen bald versiegen.

Joël Hoffmann
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Im Mai sah es noch schlecht aus: Bei Konrad Grieder in Arisdorf wollte der Mais mangels Wasser nicht wachsen. Archiv/Kenneth Nars

Im Mai sah es noch schlecht aus: Bei Konrad Grieder in Arisdorf wollte der Mais mangels Wasser nicht wachsen. Archiv/Kenneth Nars

Trotz des gestrigen Regens bleiben die Felder staubtrocken. Jetzt wird bei den ersten Bauern auch noch das Wasser fürs Vieh knapp. «Im Moment habe ich gerade noch genug Wasser, aber es reicht nicht mehr für lange Zeit», sagt Konrad Grieder. Der Arisdörfer Landwirt speist seinen Wasserbedarf aus seiner eigenen Quelle. Von dieser ist er besonders abhängig, denn sein Hof ist nicht an die Wasserversorgung der Gemeinde angeschlossen. Die anhaltende Trockenheit setzt der Quelle massiv zu. Aus ihr sprudelt immer weniger Wasser.

Während die Wassermenge abnimmt, steigt der Bedarf: «Eine Kuh braucht bis zu 150 Liter Wasser pro Tag.» Bei heissen Temperaturen brauchen die Tiere und die Pflanzen mehr Wasser. Grieder verbraucht jeden Tag 3000 bis 3500 Liter des «blauen Goldes». «Wenn wir nicht bald sehr viel Niederschlag haben, muss ich pro Tag etwa 1000 Liter Wasser bei der Gemeinde besorgen.»

Langsam versiegen die Quellen

Die Situation ist schwierig abzuschätzen. «Ich weiss, nicht wie lange ich Wasser zufügen müsste, denn bis sich die Quelle erholt, braucht es Zeit und viel Regen.» Muss der Bauer Wasser von der Gemeinde beziehen, ist dies mit einem erheblichen Mehraufwand verbunden: Tag für Tag müsste Grieder das fehlende Wasser beim Brunnenmeister holen und mit einem Tank zu seinem Hof hinauf transportieren. «Ein Fahrzeug und einen Tank könnte ich organisieren, aber ich überlege mir, ob ich längerfristig nicht in einen eigenen, neuen Tank investieren muss.» Dennoch seien die Transport- und Wasserkosten das kleinere Übel: «Der vor vier Wochen gesäte Mais keimt nicht, und der Futtermangel ist wegen der trockenen Böden mein grösstes Problem.» Im Hitzesommer 2003 musste er für 25000Franken Futter kaufen. «Ich habe jetzt bereits im Frühling Futter für den Winter bestellt.»

Anderen Arisdörfer Bauern geht es ähnlich: «Ich habe ein grosses Reservoir, von dem ich zehren kann», sagt Emil Miescher. Doch auch dieses ist nur noch zur Hälfte voll und leert sich täglich weiter. «Bei meinen zwei Quellen läuft fast nichts mehr. Die eine tröpfelt nur noch vor sich hin.» Er versucht jetzt, wo es geht, Wasser zu sparen. «Während mein Feld ganz braun ist, giessen andere ihre kleinen Gärtchen», ärgert sich Miescher. Trockene Böden, Futtermangel und jetzt noch schwächelnde Quellen gehen den Bauern an die Substanz.

Nur noch halb so viel Wasser

Ein Anschluss ans Wassernetz der Gemeinde ist für die beiden Bauern noch keine Option. Da beide Höfe höher gelegen sind, müsste das Wasser hochgepumpt werden. Aber auch die Quellen der Gemeinden geben massiv ab: «Wir haben nur noch 200 Kubik Liter Wasser am Tag. Das ist knapp die Hälfte der benötigten Menge», sagt Alex Rubeli. Der Arisdörfer Brunnenmeister rechnet mit einem weiteren Wasserrückgang. «Die fehlenden Mengen müssen wir über Liestal beziehen. Das macht das Wasser teurer.» Trotz Wasserknappheit werden die Bauern auf die Hilfe des Brunnenmeisters zählen können: «Es gibt keine andere Möglichkeit als die, den Bauern Wasser zu geben.»