Grillprofis
«Den Salat lasse ich immer links liegen»

Jonas Walther und die «Baby Bruzzler» beendeten die Weltmeisterschaften auf Rang 55 – und wollen weiter nach oben. Bei den regionalen Meisterschaften der Romandie in Nyon strebt Teamcaptain Beat Stohler einen Podestplatz an.

Leif Simonsen
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Die Grilleure Jonas Walther (links) und Beat Stohler

Die Grilleure Jonas Walther (links) und Beat Stohler

Zur Verfügung gestellt

Die klassische Grillmeisterfigur kann Jonas Walther noch nicht vorweisen. 82 Kilogramm verteilen sich auf 1,85 Meter. Kaum vorstellbar, dass dieser hagere Typ sich an BBQ-Titelkämpfen herumtreibt. «Die Mehrzahl meiner Gegner ist schon etwas fester gebaut», lacht der Aescher. An der bewussten Ernährung kann es nicht liegen: «Den Salat lasse ich immer links liegen. Ich konzentriere mich auf das Fleisch.»

Letztes Wochenende bestritt der 20-Jährige mit seinem Grill-Team Baby Bruzzler die Weltmeisterschaften im nordrhein-westfälischen Gronau. Mit dem 55. Rang ist Walther zufrieden. Er weiss, wo man gegenüber der Konkurrenz Punkte liegen liess: Wieder mal lag es an der verkorksten Rinderbrust, dem Sorgenkind der «Baby Bruzzler».

Gegnerschaft auf Augenhöhe

Am Wochenende erwartet die sechsköpfige Baselbieter Grillmannschaft eine Gegnerschaft auf Augenhöhe. Bei den regionalen Meisterschaften der Romandie in Nyon strebt Teamcaptain Beat Stohler einen Podestplatz an. Allemal realistisch, wenn man bedenkt, dass er amtierender Schweizer Meister bei den Amateuren ist. Neben Walther und Stohler sind auch ihre beiden Partnerinnen im Team. «Sicher nicht ganz alltäglich in dieser Männerdomäne», attestiert Stohler den weiblichen Mitstreiterinnen Durchsetzungsvermögen.

Dafür haben sie als Konditoren im Amateurbereich gegenüber vielen anderen einen kleineren Wettbewerbsvorteil. «Wir haben sicher ein Gespür dafür, was gut und was schlecht schmeckt», sagt Stohler. Dieses Gespür müssen sie am Sonntag schon ziemlich früh an den Tag legen.

Um sechs Uhr morgens geht es los

Schon um sechs Uhr morgens werden ihnen in Nyon die Esswaren vorgelegt - ähnlich einer Schulprüfung ist der Inhalt des Warenkorbs noch geheim. Die «Baby Bruzzler» hoffen indes, dass die Paradedisziplin «Poulet» oder «Fisch» gefragt sein wird.

Sechs Stunden haben sie Zeit, um den Juroren den ersten Gang aufzutischen. Bis um zwölf Uhr gilt es, die wichtigen Entscheide zu treffen und den Zeitplan einzuhalten. Räuchern, bei tiefer Temperatur braten, oder doch in Folie packen? Die Herausforderung: Anstatt mit Gas dürfen die Teams nur mit Kohle und Holz einfeuern.