Klima
Der August rettete die Ehre des warmen Sommers

Auf den schönen und warmen Frühling folgte ein kühler und feuchter Sommer – nur der August hielt da etwas dagegen und rettete so die Bilanz des Sommers.

Birgit Günter
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AZ

Der Sommer kam dieses Jahr ausserordentlich spät. Erst in der zweiten Augusthälfte sorgte eine kleine Hitzeperiode mit Temperaturen über 30 Grad für hochsommerliche Gefühle. Es war die erste mehrtägige stabile Hochdruckwetterlage im diesjährigen Sommer. Vorher war dieser nur durch ungewöhnlich wechselhafte Witterung aufgefallen.

Im langjährigen Vergleich war der Sommer, der gestern gemäss meteorologischer Rechnung zu Ende ging, minim zu kalt. Dafür verantwortlich sind vor allem die Monate Juni und Juli. Der Juli war 2,8 Grad kälter als normal, was nach meteorologischen Massstäben sehr viel ist. Nur gerade an zwei Tagen kletterte das Thermometer in der Titterter Messstation von Hobby-Meteorologe Hansruedi Schweizer über die 25-Grad-Marke. Mitten in den Sommerferien herrschte herbstliche Stimmung.

Kaum Hitzetage im Juni und Juli

Wie kühl es in den ersten beiden Sommermonaten war, veranschaulicht die niedrige Zahl der Hitzetage: Im Juni und Juli gab es nur drei Tage, an denen es über 30 Grad warm war. Die Ehre hat dann quasi der August gerettet mit fünf Hitzetagen. Insgesamt entsprechen diese in etwa dem, was man von einem durchschnittlichen Sommer erwarten darf. Zum Vergleich: Vor einem Jahr waren es neun; vor zwei Jahren drei Hitzetage. Der Rekord datiert aus dem Sommer 2003 mit 28 Hitzetagen.

Speziell waren die Tropennächte: In solchen Nächten fällt das Thermometer nie unter 20 Grad. Laut Schweizer sind sie in unseren Breitengraden selten. Im August verzeichnete er in seiner auf 670 Metern gelegenen Station aber gleich deren drei mit Temperaturen zwischen 21 und 22 Grad (am 21., 22. und 23.8.).

Nasse Sommermonate

Bezüglich Niederschlag schien sich die Situation nach dem aussergewöhnlich trockenen Frühling zu Sommerbeginn zu beruhigen: Sowohl Juni wie Juli waren überdurchschnittlich nass. Doch bereits im August regnete es erneut weniger als üblich; und zwar deutlich. In der Bilanz fehlen im Sommer neun Liter. Das ist zwar wenig, doch im Hinblick auf den bereits trockenen Frühling leicht besorgniserregend.

Die im heissen Sommer 2003 oft geäusserte These, dass es künftig im Zuge der Klimaerwärmung lauter solche Sommer geben werde, hat sich nicht bestätigt. Im Gegenteil: Nun sind fünf Sommer in einer Reihe sehr durchschnittlich gewesen, teils sogar zu kühl. Stabile Hochdrucklagen wie im 2003 quasi über drei Monate hinweg kamen seither nur noch vereinzelt und über eine kürzere Dauer vor. Meist war das Wetter auffällig wechselhaft.