Neuerscheinung
Der Bildband «Sportliches Baselbiet» erinnert an heute vergessene Aspekte des Sportwesens

Autor Florian Blumer hat aus dem reichhaltigen Fundus an Sportbildern im Staatsarchiv sowie vielen privaten und Sammlungen von Sportvereinen und Verbänden eine kluge Auswahl getroffen, die er in Begleittexten ausführlich kommentiert und historisch einordnet. Es ist bereits sein zweites Werk in der Reihe «bild.geschichten.bl».

Bojan Stula
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Spektakel auf der Velorennbahn
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Bei den Bezirksturnfesten wie in Hölstein 1953 galt stets die Devise «Mitmachen kommt vor dem Rang».
Die vielen Schützenvereine, hier die SG Gelterkinden mit «Tell» und «Walterli» in der Mitte (1891), waren wichtige Träger des Brauchtums.
Lange vor dem V-Stil legt dieser Athlet um 1955 auf der Erzenbergschanze in Langenbruck einen perfekten Sprung hin.

Spektakel auf der Velorennbahn

Bilder: zVg Blumer, Verlag Basel-Landschaft

Man muss nicht wehmütig das Lied von den guten alten Zeiten anstimmen. Baselland kann heute mit den Volleyballerinnen von Sm’Aesch Pfeffingen und den Basketballern der Birstal Starwings zwei Spitzenmannschaften in populären Teamsportarten vorweisen. Erst kürzlich hat eine neue Studie nachgewiesen, dass Baselbieterinnen und Baselbieter im Durchschnitt so sportlich und bewegungsfreudig wie nie zuvor sind. Und über allem thront nach wie vor Tennis-Weltstar Roger Federer.

Dennoch gab es zwischen 1927 und 1936 in Muttenz ein Velodrom aus Holz, das an Renntagen die Massen anzog und der Gemeinde Muttenz 1930 satte 481 Franken und 25 Rappen an Billettsteuern eintrug. In Langenbruck stand nach dem Ausbau 1955 die grösste Skisprungschanze des Landes. Die legendäre Leichtathletin Meta Antennen stellte 1969 vor 1200 begeisterten Fans im Liestaler Gitterli einen Weltrekord im Frauen-Fünfkampf auf. Auf dem Schänzli fanden in den 1930er-Jahren Windhundrennen vor vollen Zuschauerrängen statt. Vom Sternenfeld in Birsfelden stiegen Heissluftballons zu Wettfahrten auf, und ebenfalls auf dem Gitterli landete 1913 Luftpionier Oskar Bider seinen Blériot-Eindecker aus Anlass des Liestaler Flugtags.

190 Schwarz-Weiss-Fotografien in acht Kapiteln

Von dieser vergangenen Vielfalt gibt der jüngst im Baselbieter Kantonsverlag erschienene Bildband «Sportliches Baselbiet» einen eindrücklichen Querschnitt wieder. Autor Florian Blumer hat aus dem reichhaltigen Fundus an Sportbildern im Staatsarchiv sowie vielen privaten und Sammlungen von Sportvereinen und Verbänden eine kluge Auswahl getroffen, die er in Begleittexten ausführlich kommentiert und historisch einordnet.

Die 109 überwiegend Schwarz-Weiss-Fotografien sind thematisch in acht Kapitel nach Schiessen, Turnen, Schwingen, Leichtathletik, Rad-, Natur-, Ball- und Tiersport geordnet. Dass dabei von den Anfängen nach der Kantonsgründung bis in die Neuzeit keinerlei Anspruch auf Vollständigkeit bestehen kann, versteht sich bei diesem reichhaltigen und in der Regel gut dokumentierten Forschungsfeld von selbst.

Ein halbes Jahrhundert lang die Geschichte mitgeschrieben

Dabei ist offensichtlich, wie sehr «Sportliches Baselbiet» eine Herzensangelegenheit des Autors Florian Blumer ist. Der Professor für Wirtschaftskommunikation an der Fachhochschule Nordwestschweiz hat als früherer Handballnationalspieler und zuletzt Schweizer Meister im Beachhandball, im gleichen Team wie sein Sohn Benjamin, ein halbes Jahrhundert lang diese Geschichte mitgeschrieben. Nach «Wie Baselland Strom bekam» ist dieser Band bereits Blumers zweites Werk in der Reihe «bild.geschichten.bl».

Hinweis

Florian Blumer: «Sportliches Baselbiet». Reihe «bild.geschichten.bl», Band 10. Liestal: Verlag des Kantons Basel-Landschaft 2020. 23 Franken.