Liestal
Der Buchsbaumzünsler wütet in Region Basel

Der Buchs-Wald an den Rhein-Südhängen bei Grenzach ist Vergangenheit: Ein Falter hat den Wald – den grössten zusammenhängenden natürlichen Buchswald Deutschlands – innert dreier Wochen kahl gefressen.

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150 Hektaren Buchs seien beige statt grün, sagt der Revierförster Markus Dischinger. Buchen und andere Bäume blieben unbehelligt; das einst blickdichte Unterholz sieht aber erbärmlich aus.

Auch in Liestal und Ormalingen habe der Zünsler den Wald-Buchs angefressen, bestätigt Ueli Meier, Leiter des Amtes für Wald beider Basel.

Aus Asien eingeschlepptes Tier

2007 war der Buchsbaumzünsler aufgetaucht, zuerst im Raum Basel. Seither hatten sich die Raupen dieses Falters vor allem an Zierbüschen und -hecken gütlich getan. Das aus Asien eingeschleppte Tier hat bisher keine natürliche Feinde.

Als die Basler Stadtgärtnerei im April auf den Zünsler aufmerksam machte, ging man noch davon aus, dass er nur gepflanzten Buchs bedroht, etwa auf Friedhöfen wie dem Basler «Hörnli». Im Gegensatz zu Gärten, in denen nun ein paar Spritzmittel erlaubt sind, kann man den Falter im Wald aus ökologischen und rechtlichen Gründen nicht bekämpfen.

Überall Zünsler-Nachschub

Die Population dieses Sommers dürfte zwar kollabieren, sobald Buchs als Futter und zur Eiablage fehlt, schätzt die Basler Biologin Florine Leuthard. Doch mit überwinternden Raupen beginnt der Zyklus nächstes Jahr von vorne. Vor allem aber gibt es Nachschub: Im Handel fand Leuthard Import-Buchs mit Zünslerraupen oder -eiern.

Die Stadtgärtnerei hat begonnen, Buchs-Hecken auszureissen. Für das Ökosystem Wald wäre der Verlust des Buchses laut Meier nicht dramatisch: Das wohl von den Römern eingeführte Gehölz sei für keinen hiesigen Organismus überlebenswichtig. (sda/bz)