Allschwil
Der elektronische Badmeister darf wieder hoffen

In Allschwil wird die Anschaffung von elektronischen Systemen, die Ertrinkende erkennen, nun doch geprüft. Der Einwohnerrat hat ein entsprechendes Postulat überwiesen.

Benjamin Wieland
Drucken
Teilen
Der Kanton empfiehlt zwei Aufsichtspersonen beim Schulschwimmen.

Der Kanton empfiehlt zwei Aufsichtspersonen beim Schulschwimmen.

Archiv/Chris Iseli

Der Kanton Baselland empfiehlt den Primarschulen beim Schwimmunterricht mit Nachdruck das Vier-Augen-Prinzip. Das bedeutet, dass der Klassenlehrer oder die Klassenlehrerin von mindestens einer Person dabei unterstützt werden sollte, die Kinder im Bassin im Auge zu behalten.

In Allschwil kam im Frühling im Einwohnerrat der Vorschlag auf, dass ein elektronischer Badmeister als zusätzliche Hilfe eingesetzt werden könnte – also als Ergänzung zu den Lehr- und Begleitpersonen. Es handelt sich um sogenannte elektronische Ertrinkenden-Erkennungssysteme, die schon vielerorts in Betrieb sind. Diese registrieren zuverlässig, wenn sich ein Mensch ungewöhnlich lange unter der Wasseroberfläche befindet. Dann schlagen sie Alarm.

Kleineres Defizit

Der Einwohnerrat genehmigte an seiner Sitzung am Mittwoch auch die Jahresrechnung 2014. Die Gemeinde hat im vergangenen Jahr besser gewirtschaftet als erwartet: Das Defizit beträgt 1,2 Millionen – budgetiert war ein Fehlbetrag in der Höhe von fast 2,5 Millionen Franken.

«Wir sind der Sache mit den elektronischen Systemen nachgegangen», sagte die für die Schulen zuständige Gemeinderätin Franziska Pausa (SP) in der Debatte vor der Abstimmung. «Wir sind aber zum Schluss gekommen, dass die Investitionen in solche Geräte zu hoch wären und man trotzdem nicht auf Begleitpersonen verzichten könnte.»

Der elektronische Badmeister ist aber nur eine der zu prüfenden Optionen, mit denen sich Pausa beschäftigen muss. Denn der Vorstoss verlangt, dass der Gemeinderat ein allgemeines ausführliches Sicherheitskonzept fürs Schulschwimmen ausarbeitet – auch der Miteinbezug von echten Badmeistern muss dabei erwogen werden.

Teure Elektronik

Schon seit den Sommerferien begleiten in Allschwil Eltern das Schulschwimmen. Gegenwärtig läuft ein Pilot-Versuch mit Schwimmlehrerinnen und Schwimmlehrern.

Laut SP-Einwohnerrätin und Schulratspräsidentin Daniela Werren wird dieses System ab den Sommerferien definitiv eingeführt. Es kostet laut Werren rund 40 000 Franken pro Jahr. Die elektronischen Badmeister wären im ersten Jahr teurer – zumindest diejenigen Anlagen, bei welchen Kameras fix eingebaut werden: Kauf und Installation eines solchen Systems würden mit rund 200 000 Franken zu Buche schlagen.

Aktuelle Nachrichten