Brandserie
Der Feuerteufel schlägt gleich viermal in Riehen zu

Der Feuerteufel ist wieder unterwegs: In der Nacht auf Sonntag brannte es in Riehen an vier Orten gleichzeitig.

Yen Duong
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Drei Gartenhäuser wurden bei der Riehener Grenzacherstrasse komplett zerstört. Heinz Dürrenberger

Drei Gartenhäuser wurden bei der Riehener Grenzacherstrasse komplett zerstört. Heinz Dürrenberger

Knapp zwei Monate war es ruhig um den Riehener Feuerteufel, der die Region mit seinen Bränden seit 2004 in Atem hält. Nun hat er erneut zugeschlagen – und zwar gewaltig : In der Nacht auf gestern Sonntag fackelte er gleich vier Gartenhäuser in Riehen ab. Die unheimliche Brandserie nimmt somit neue Dimensionen an.

Rückblick: Kurz vor 3 Uhr früh meldeten Anwohner der Polizei und der Feuerwehr, dass es in den beiden Familiengartenarealen Grenzacherstrasse und Hörnliallee an mehreren Stellen brennen würde. Die Feuerwehr musste daraufhin auf dem Areal Grenzacherstrasse drei Gartenhäuser und auf dem Areal Hörnliallee ein Gartenhaus löschen. Drei Familiengartenhäuser zerstörte der Feuerteufel komplett – eines wurde teilweise beschädigt. Beide Areale befinden sich in unmittelbarer Nähe zueinander. Nach den Bränden löste die Basler Polizei in Zusammenarbeit mit den Baselbieter Kollegen und der Grenzwache eine Schwerpunktaktion zur Fahndung der Täterschaft aus. Diese verlief jedoch erfolglos. Die genaue Brandursache steht laut der Mitteilung der Basler Staatsanwaltschaft noch nicht fest. Klar scheint indes: Es muss erneut von Brandstiftung ausgegangen werden.

«Das hatten wir noch nie»

Es ist in der sechsjährigen Geschichte der unheimlichen Riehener Brandstiftungen noch nie vorgekommen, dass es an mehreren Orten gleichzeitig brennt. «Das hatten wir noch nie. Wir hatten es immer mit einem Brand zu tun», sagt Markus Melzl, Sprecher der Staatsanwaltschaft. Bemerkenswert findet er, dass wieder Gartenhäuser brennen. «Normalerweise gibt es eine Steigerung und es werden immer grössere Sachen angezündet. Aber nachdem die Täterschaft hier bereits grössere Objekte in Brand gesetzt hat, kehrt sie zu ihren Wurzeln zurück – und es brennen wieder Gartenhäuser.» Punkto Ermittlung gibt es keine Neuigkeiten: «Wir machen sehr viel. Aber es fehlt uns immer noch der entscheidende rote Faden.»

In Riehen ist es seit 2004 zu insgesamt 70 Brandstiftungs-Fällen gekommen – die neusten mitgezählt. Im Oktober wurde ein 16-Jähriger festgenommen. Auf sein Konto gehen aber nur zwei der Riehener Brände: Der Jugendliche hatte einen Holzstapel neben einer Scheune und eine Bank samt Hecke bei einem Fussballplatz abgefackelt.