Sissach
Der Gemeinderat greift in einer Infobroschüre das Kunsti-Komitee an

Es ist erst seit Mai aktiv und hat bereits Varianten ausgearbeitet, wie das marode Kunsti-Dach in Sissach wieder instandgestellt werden könnte. Nun wehrt sich der Gemeinderat gegen die Komitee-Pläne und deren angeschlagenen Ton in der Kunsti-Debatte.

Simon Tschopp
Drucken
Teilen
Das abgestütze Dach der Kunsti Sissach.

Das abgestütze Dach der Kunsti Sissach.

Kenneth Nars

Sissach Endlich geht der Sissacher Gemeinderat in der Causa «Kunsteisbahn» kommunikativ in die Offensive. Bisher wurde ihm vor allem vorgeworfen, mit Informationen an die Öffentlichkeit zu geizen. Nach der Medienkonferenz des Komitees «Eis 13/14» und der Gemeindeversammlung, die beide am Mittwoch vergangener Woche stattgefunden hatten (die bz berichtete), gelangten gestern der Gemeinderat Sissach und die Begleitkommission Kunsteisbahn mit einer achtseitigen Information an die Sissacher Haushaltungen. Das Papier ging auch an die Medien. Darin bekommt das Komitee sein Fett ab.

Heftige Kritik am Komitee

Gemeinderat und Begleitkommission kritisieren dessen Vorstellungen, wie es mit dem einsturzgefährdeten Dach der Kunsteisbahn weitergehen soll, den Druck, den das Komitee gegen den Gemeinderat aufbaut, sowie den Ton. Bei allen drei vorgeschlagenen Varianten des Komitees «Eis 13/14», wie das Dach wieder stabil gemacht werden soll, listen die beiden Gremien jeweils mehrere Punkte auf, die dagegen sprechen. Die einzig weiterverfolgbare Idee sei diejenige mit dem Stützgerüst.

«Angesichts der knappen Zeit macht es auch nicht Sinn, mehr als eine Variante weiterzuverfolgen», schreiben Gemeinderat und Kommission. Bei den zwei anderen Varianten handelt es sich um eine «Aufhängevorrichtung über dem Dach mit einem Bogenträger» und um eine «Verstärkung der Querträger durch Aufdoppelung». Bis auf einige Skizzen und Fotomontagen seien vom Komitee keine statistischen Nachweise für die entsprechenden Lösungen vorgebracht worden. «Das wäre in der kurzen Zeit der Ideenentwicklung auch nicht möglich gewesen», meinen die beiden Gremien.

Verärgert über Sündenbock-Rolle

Im Schreiben zeigen sich Gemeinderat und Begleitkommission enttäuscht, dass ihnen die Rolle des «Sündenbocks» zugeschoben werde und dem erst seit dem 25. Mai existierenden Komitee die Rolle der «Retter». Und weiter: «Die dauernd schrilleren Töne, mit welchen seitens eines kleinen Teils der Bevölkerung versucht wird, den Gemeinderat zu desavouieren und unter permanenten Druck zu setzen, haben nun ein Mass erreicht, welches das Erträgliche überschreitet.» Der Gemeinderat arbeite seit Oktober hart an einer Lösung. Einiges sei zu optimistisch eingeschätzt worden, üben Gemeinderat und Begleitkommission Selbstkritik. Eine erste Strategie scheiterte Ende April.

Die Gremien wehren sich deshalb gegen den Vorwurf, untätig gewesen zu sein. Und sie stellen wiederholt klar, dass sie am Betrieb einer Kunsteisbahn sehr wohl interessiert seien und nie und nimmer die Absicht gehabt hätten, das Eisfeld ein für alle Mal schliessen zu wollen. Gemeinderat und Begleitkommission machen zudem darauf aufmerksam, dass die juristischen Abklärungen wegen des maroden Dachs einige Zeit beanspruchten. Selbst mit einer ausserordentlichen Gemeindeversammlung, für deren Einberufung das Komitee der Gemeinde vorgestern 360 Unterschriften übergeben hat, ist noch lange nicht sicher, ob nächsten Winter auf der Sissacher Kunschti dem Eissport wieder gefrönt werden kann.

Aktuelle Nachrichten