Knochen
Der grösste Friedhof der Schweiz ist in Bottmingen

Bis vor einem Jahr wusste kaum jemand, dass Aesch so viele Leichen im Keller hat. Jetzt trifft dasselbe auf Bottmingen zu.

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Forschende des Römermuseums Augusta Raurica legen das Skelett der älteren, wohlhabenden Frau im Bleisarg frei. Sie wird auch mal in Bottmingen «untergebracht».

Forschende des Römermuseums Augusta Raurica legen das Skelett der älteren, wohlhabenden Frau im Bleisarg frei. Sie wird auch mal in Bottmingen «untergebracht».

Foto: Susanne Schenker

In einer Lagerhalle an der Wuhrmattstrasse hat der Verein IAG die Knochenresten von 60'000 Skeletten aus mehreren Jahrtausenden eingelagert, die in der Schweiz bei archäologischen Grabungen gefunden worden sind. Das entspricht der Menge an menschlichen Überresten aller 24 städtischen Friedhöfe in Zürich.

Im Auftrag von sechs Kantonen und in Kooperation mit der Lehre und Forschung der Universität Basel betreut Kuratorin Viera Trancik die aussergewöhnliche Sammlung.

Natürlich handle es sich dabei nicht um jeweils vollständige Skelette, schränkt der Baselbieter Kantonsarchäologe Reto Marti ein. Aber auch so gibt es in der Schweiz nichts Vergleichbares.

Als sich die IAG 1957 als «Interkantonale Arbeitsgemeinschaft zur Betreuung Anthropologischer Funde» formierte, schlugen sich die Schweizer Forscher mit der Frage herum, wie möglichst würdevoll und gleichzeitig wissenschaftlich mit diesen besonderen Fundstücken umgegangen werden soll.

Jahrzehntelang war die Knochensammlung im zweiten Untergeschoss einer Turnhalle in Aesch eingelagert. Nach einem Tauziehen um den dringend benötigten neuen Lagerstandort wanderte die Sammlung vergangenes Jahr nach Bottmingen, wie dem gestern vorgestellten Jahresbericht 2016 der Archäologie Baselland zu entnehmen ist. (bos)