Image-Film
Der Image-Film der Baudirektion: Vier Minuten für ein besseres Baselbiet

Die Baselbieter Bau- und Umweltschutzdirektion glänzt auf ihrer Homepage mit peppiger Selbstvermarktung. Einen professionellen Imagefilm hat man sich 30 000 Franken kosten lassen. Andere Direktionen verzichten auf solche Werbung und sparen lieber.

Boris Burkhardt
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«Rund um die Uhr» stellt der Imagefilm die zahlreichen Arbeitsgebiete der Bau- und Umweltschutzdirektion dar.

«Rund um die Uhr» stellt der Imagefilm die zahlreichen Arbeitsgebiete der Bau- und Umweltschutzdirektion dar.

zvg/Fadeout

7.12 Uhr: Die Sonne geht auf über Liestal; im Zeitraffer verschwinden nach und nach die Lichter der Nacht. Über der steten Bewegung der Zivilisation und der treibenden Musik der Szene schwebt majestätisch der Schriftzug «Wir gestalten Siedlungs- und Landschaftsraum». In Bildern dieser Art präsentiert sich die Bau- und Umweltschutzdirektion (BUD) in einem Imagefilm auf ihrer Homepage den Einwohnern im Baselbiet. Über den Zeitraum eines Arbeitstages stellt der Film im Zeitraffer alle Aufgabenbereiche ihrer 857 Mann starken Kantonsbetriebe dar, von der Abwasseraufbereitung über den Strassenbau bis zum Denkmalschutz: «Wir sorgen für Mensch und Umwelt rund um die Uhr» heisst es denn auch am Ende des Films nach 4:11 Minuten.

Premiere auf der H2-Baustelle

Produziert hat den bildgewaltigen Werbefilm die Reinacher Kommunikationsfirma Fadeout, erklärt BUD-Sprecher Dieter Leutwyler. Fadeout verfolge bereits seit Beginn die Entwicklung der Baustelle am H2-Tunnel und habe bereits mehrere kurze Dokumentationsfilme produziert. Markenzeichen seien dabei «die tollen Zeitraffereffekte», die die Entwicklungen über einen langen Zeitraum besonders hervorheben würden.

Premiere hatte der Film vergangenes Jahr beim Tag der Offenen Baustelle am H2-Tunnel. «Es war uns aber wichtig, dass wir ihn auch für andere Anlässe benutzen konnten», erklärt Leutwyler. Alexander Meyer, Geschäftsführer von Fadeout, betont, dass der Film für den Tag der Offenen Baustelle ausserdem so funktionieren musste, dass die Besucher jederzeit ohne Vorkenntnisse in den Film einsteigen konnten. «Jede Stunde passiert unbemerkt etwas, was die BUD macht und wir nicht mitkriegen», erklärt Meyer die Idee hinter dem Film: «Das fanden wir einen interessanten Ansatz.»

Andere Direktionen sparen lieber

20 000 bis 30 000 Franken hat der Film laut Leutwyler gekostet, alles Teil der Gesamtprojektkosten von rund 280 Millionen Franken für die H2. «Finden Sie ihn denn gut?», will Leutwyler fast schon verschämt wissen. Mit dem Imagefilm hat die BUD sicherlich ein Alleinstellungsmerkmal gegenüber den anderen vier Direktionen. So hat zwar die Kantonspolizei bereits seit einigen Jahren einen 15-minütigen Imagefilm auf der Homepage stehen; und der Kantonale Katastrophenschutz produziert für interne Lehrgänge jährlich im Schnitt einen kurzen Film zu aktuellen lokalen Ereignissen oder Grossübungen.

Die Sicherheitsdirektion selbst plant allerdings keinen derartigen Auftritt, «weil wir in der aktuellen Finanzsituation strikte zwischen Wünschbarem und Machbarem unterscheiden müssen», wie Sprecher Adrian Baumgartner erklärt. Ähnlich verweisen auch die Volkswirtschafts- und die Finanzdirektion auf Budget- und Personalengpässe, um auch nur die Sozialen Medien wie Facebook und Twitter zu bedienen. Die Bildungsdirektion setzt sogar ganz pragmatisch auf die Mundpropaganda als Marketingstrategie: «Wir strengen uns tagtäglich an, für die gute Schule Baselland, das kulturelle Leben sowie die Sportangebote unser Bestes zu leisten», sagt Generalsekretär Roland Plattner.

Den Imagefilm sehen Sie hier