Tourneestart
Der Jugendzirkus Robiano wird oft der «kleine Richtige» genannt

Zum 25. Mal heisst es: Manege frei für den Jugendzirkus Robiano. Gestern Abend startete die Jubiläumstournee der zwanzig jungen Artistinnen und Artisten.

Eva Wieser
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Zwanzig Artistinnen und Artisten verabschieden sich von Zuhause und gehen mit dem Jugendzirkus Robiano auf Tournee. zvg

Zwanzig Artistinnen und Artisten verabschieden sich von Zuhause und gehen mit dem Jugendzirkus Robiano auf Tournee. zvg

Auf der Zirkuswiese in Arlesheim wurde das neue Zelt eingeweiht: Rund 180 kleine und grosse Zirkusfreunde besuchten die Premiere des diesjährigen Programms «Pazzo in the Box».

Die Spannung vor dem Tourneestart ist gross. Matthias Drilling, Verantwortlicher für Marketing und Sponsoren, ist vor allem gespannt, ob alles Einstudierte auch umgesetzt werden könne. «Der Einsatz der Artisten ist sehr gross. Neben dem wöchentlichen Training haben wir ein Pfingst- und ein Sommerlager zum Üben», sagt Drilling und blickt auf eine intensive Vorbereitungszeit zurück. Die Schwierigkeit bestehe darin, alles vor Publikum auf den Punkt zu bringen.

Die erste von 25 Vorführungen haben die Jugendlichen schon überstanden. Nach drei weiteren Auftritten in Arlesheim heisst es nächsten Freitag für die jungen Künstler, den Koffer zu packen und für zwei Wochen in die Wohnwagen einzuziehen. Dann machen sich die Traktoren mit dem ganzen Zirkusdorf im Schlepptau auf den Weg nach Cham im Kanton Zug. Weiter gehts nach Vordemwald im Kanton Aargau, Liestal, Basel, Reinach und Laufen.

Der «kleine Richtige»

Vor 25 Jahren ging der frisch gegründete Zirkus noch nicht auf Tournee. Das erste Zirkusprojekt fand auf dem Robinsonspielplatz Frenkendorf statt. Dort wurde der Jugendzirkus ins Leben gerufen und erhielt den passenden Namen Robiano. Heute wird der Zirkus gerne der «kleine Richtige» genannt: Gewohnt wird in Zirkuswagen, die Küche rollt als alter, umgebauter BLT-Bus mit, das Zirkuszelt wird selbst aufgebaut und sechs Musiker begleiten die Gruppe live. Die 11- bis 17-Jährigen schnuppern im Robiano echte Zirkusluft. Drilling gefällt der Begriff «kleiner Richtiger» und er fügt hinzu: «Manche Artisten landen später auch bei den grossen Richtigen wie zum Beispiel beim Circus Monti.»

Allround-Einsatz der Helfer

Um den Jugendlichen dieses Zirkusleben zu ermöglichen, helfen viele mit. «Es ist ein Allround-Einsatz, den die Helfer leisten. Es gibt immer etwas zu tun, sei das Wagen zu renovieren oder das Zelt aufzubauen», berichtet Drilling aus Erfahrung.

Doch auch die Jugendlichen helfen tatkräftig mit. Abwaschen und putzen gehören genau so zum Zirkusalltag wie Kunststücke vorführen. Gerade auf der Tournee müssen die Artistinnen und Artisten sehr selbstständig sein. «Die Regisseure und Trainer reisen während der Tournee nicht mit. Wenn die Premiere geklappt hat, lassen sie die Artistinnen und Artisten alleine ziehen», erklärt Drilling. Es sei wichtig, dass während der Tournee nicht nur Höchstleistungen im Vordergrund stehen. Die Erholung und Dynamik in der Gruppe sei entscheidend für gute Auftritte.