Muttenz
Der Kanton will sein Prachtstück nicht hergeben – Das Gebäude des Gym Muttenz soll auch weiterhin genutzt werden

In zehn Jahren zieht das Gymnasium in Muttenz um. Voraussichtlich wird das Gebäude weiterhin für Bildung genutzt – für was, ist offen.

Michel Ecklin
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Das Gymnasium Muttenz befindet sich noch in gutem Zustand.

Das Gymnasium Muttenz befindet sich noch in gutem Zustand.

Kenneth Nars

Lange war unklar, ob der Kanton weiterhin in Muttenz ein Gymnasium betreiben will. Seit Ende Januar steht fest: Das Gymnasium bleibt in Muttenz, sein Standort ändert aber. Die Schule soll in ungefähr zehn Jahren um wenige Meter umziehen, ins ehemalige Gebäude der Fachhochschule. Damit wird ab ungefähr 2031 das bisherige Gymnasiumsgebäude frei.

Der Bau aus den 1970ern ist sanierungsbedürftig, «aber die Struktur ist gut», sagt Kantonsarchitekt Marco Frigerio. Was nach dem Auszug des Gymnasiums ins Gebäude einzieht, ist noch offen. Das Areal ist attraktiv gelegen, der S-Bahnhof nahe. Und die Gemeinde möchte die ganze Gegend als Campus Muttenz aufwerten. Neben den vielen Bildungseinrichtungen soll Gewerbe das Quartier bereichern, der öffentliche Raum wird neu gestaltet. Private Investoren würden Schlange stehen, um das Gymnasium-Areal gewinnbringend umzunutzen. Doch es ist unwahrscheinlich, dass dies im Sinne des Kantons ist, wie Frigerio erklärt: «Ein solches Objekt gibt man nicht leichtfertig weg. Eine Umzonung und ein Verkauf wären aus öffentlicher Sicht nicht nachhaltig.» Baulich und von der Fläche her sei das alte Gymnasium geeignet für Nutzungen des Kantons. Dabei stehe vor allem die Bildung im Fokus.

Denkbar ist auch eine Zwischennutzung

Möglich wären allenfalls auch Büros für die Kantonsverwaltung. Denkbare Nutzungen durch den Kanton gebe es verschiedene, stellt Frigerio klar. Er erwähnt dabei eine Liste von kantonalen Institutionen, die den Bau übernehmen könnten. Bis in fünf Jahren schaue man, welche in Frage kommen. «Dann schauen wir an, was sich konkretisieren lässt.»

Allenfalls könnte das ehemalige Gymnasium zwischengenutzt werden, wie Frigerio sagt. Dafür prädestiniert wäre das Unternehmen «Unterdessen». Es ist auf Zwischennutzungen spezialisiert und unter anderem bereits in der Zentrale Pratteln oder auf dem Basler Lysbüchel präsent.
«Wir sind immer an neuen Arealen interessiert», sagt die Projektverantwortliche Anja Piazza. Eine Schule habe «Unterdessen» noch nie zwischengenutzt. «Aber das ist für uns kein Problem.» Allerdings ist es für Gedanken über eine Zwischennutzung wohl noch zu früh. Piazza sagt: «Bei uns dauert es oft nur ein halbes Jahr, bis die ersten Mieter einziehen.»