Laufen
Der langsame Tod des Kirschenlandes

Die Kirschenlandschaft im Baselbiet ist in Gefahr: Die Landi nimmt keine Tafel- oder Konservenkirschen mehr an, siewird nur noch Brennkirschen aufkaufen. Etliche Produzenten könnten deshalb aufgeben.

Gini Minonzio
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Die Landi Laufen nimmt keine Kirschen mehr an

Die Landi Laufen nimmt keine Kirschen mehr an

Gini Minonzio

Das Ende der Kirschenlandschaft rückt näher. Wer den Kirschblust liebt, muss ihn nun geniessen. Alle Zeichen deuten darauf, dass in den nächsten Jahren weitere Kirschenproduzenten das Handtuch werfen werden. Die Landi in Laufen wird ab diesem Sommer keine Tafel- oder Konservenkirschen mehr annehmen. Sie wird nur noch Brennkirschen aufkaufen, bestätigt Beat Gisin, Leiter Detailhandel bei der Landi Reba AG. Man habe beschlossen, die Infrastruktur zu straffen. Die Produzenten der Region müssen die Tafel- und Konservenkirschen nun in Aesch abgeben.

Bessere Preise für grössere Mengen

Mit dieser Massnahme versuche die Landi Reba AG Kosten zu sparen, denn im Laufental haben in den letzten Jahren immer weniger Produzenten immer weniger Steinobst abgegeben. Zudem möchte Gisin die Qualität der Kirschen erhöhen. Denn wenn die Kirschen zentral in Aesch abgeliefert werden, so kann die Kühlkette besser eingehalten werden. Mit jedem Umladen der Kirschen leidet die Qualität. Als weitere Neuerung will die Landi Reba AG grössere Ablieferer mit einem besseren Preis belohnen.

Wolle man langfristig überleben, seien gewisse Veränderungen nötig, so Gisin. Von der Schliessung der Laufner Annahmestelle für Tafel- und Konservenkirschen seien rund ein Dutzend Produzenten betroffen, erklärt er. Einer davon ist der Büsseracher Obstproduzent Josef Kübler. Er muss nun in der strengen Zeit der Kirschenernte an jedem Abgabetag eine Stunde länger arbeiten, weil er die Kirschen nach Aesch fahren muss. Ohne dass er dafür einen besseren Preis erhielte. «Kleinere Produzenten sind nicht mehr erwünscht», hält Kübler fest. Im ganzen Laufental und Thierstein habe es nun keine einzige Sammelstelle für frische Kirschen mehr. Dies bedeute, dass noch mehr Baumbesitzer die Kirschen einfach hängen lassen und notgedrungen Bäume fällen werden.

Bereits vor rund acht Jahren seien Sammelstellen geschlossen worden. Daraufhin hätten einige Baumbesitzer die Kirschenernte aufgegeben. Blauen und auch Meltingen seien bis vor wenigen Jahren richtige Kirschen-Dörfer gewesen. Doch schon heute sei die Kirschenproduktion in diesen Dörfern mächtig zurückgegangen. Nach der Schliessung der Laufner Annahmestelle für Tafel- und Konservenkirschen werde die Kirschenproduktion in der Region noch weiter zurückgehe, ist Kübler überzeugt.