Liestal
Der letzte Marsch durchs Stedtli

Die Tradition des RS-Defilees geht im Gleichschritt ihrem Ende zu. Am Donnerstag marschierte die RS 13 zum letzten Mal durch Liestal. Im September wird die Infanterie-Rekrutenschule aufgehoben.

Yannette Meshesha
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Letzter Vorbeimarsch der RS 13 aus der Kaserne Liestal
18 Bilder
Am Ende der RS laufen die Soldaten traditionsgemäss durch Liestal
Ein salutiernder Soldat in einem Panzer
Die Militärmusik spielte ein Ständchen
Die Militärmusik spielte ein Ständchen
Die Militärmusik spielte ein Ständchen
In schweren Wagen...
...zu Fuss...
...oder auch auf dem Motorrad waren sie unterwegs.

Letzter Vorbeimarsch der RS 13 aus der Kaserne Liestal

Yannette Meshesha

«Mit dem Defilee der RS verbinde ich tiefste Kindheitserinnerungen», sagt Liestaler Stadtpräsident Lukas Ott. «Schon als kleiner Junge habe ich hier gestanden, den Vorbeimarsch beobachtet und mich auf die Militärschoggi gefreut, die verteilt wurde.» Sein Vater habe als Militärprediger einen guten Kontakt zur Kaserne gepflegt. «Der Vorbeimarsch gehört einfach zur Tradition im Stedtli», hält Ott fest.

Der letzte Marsch durchs Stedtli

Mit dieser Tradition ist es nun aber vorerst vorbei. Im September wird das Kommando der Infanterie-Rekrutenschule in Liestal aufgehoben. An seine Stelle treten eine Infanterie-Offiziersschule sowie eine Bereitschaftskompanie der Infanterie-Durchdiener (bz berichtete).
Während die Militärmusik feudal rummst und zackt, bringen sich die offiziellen Gäste in Position.

Auf die Empore steigen nebst Lukas Ott der Regierungspräsident Thomas Weber, Basler Sicherheitsdirektor Baschi Dürr, Nidwaldner Regierungsrätin Karin Kayser-Frutschi, Oberst im Generalstab Hubert Bittel und Landrats-Vizepräsidentin Elisabeth Augstburger. Bei strahlender Frühlingssonne defilieren die Rekruten auf Panzerfahrzeugen, Duros, Motorrädern und zu Fuss an Gästen und Schaulustigen vorbei; einige voller Stolz, andere schüchtern lächelnd.

Für Lukas Ott erfüllt die Kaserne in Liestal eine wichtige Doppelfunktion: Einerseits signalisiere die Bundeseinrichtung Zugehörigkeit zur Schweiz als Ganzes. Und andererseits gewinne die Stadt Liestal dadurch nationale Ausstrahlung. «Ich treffe immer wieder auf Leute, die Liestal aus ihrer Dienstzeit kennen.» Auch wirtschaftlich profitiere die Stadt von der Kaserne. Daher stehe man in gutem Kontakt. Der traditionelle Vorbeimarsch im Stedtli sei dafür repräsentativ. «Für mich als Stadtpräsident ist das Signal wichtig, dass das Militär im Dienst der Demokratie steht, was wir als Vertreter der zivilen Behörden würdigen», sagt Ott.

Identität und Sicherheit

Auch Oberst i Gst Hubert Bittel, der ab nächstem Januar nach Birmensdorf übersiedeln wird, bestätigt die gute Zusammenarbeit von Stadt und Kaserne. «Ich habe immer gern in Liestal gearbeitet. Wir haben hier eine sehr gute Schule und das Arbeitsumfeld war einfach grossartig», hält er fest. «Etwas Gutes zurückzulassen, fällt immer schwer.» Man habe sich in der Stadt gut eingebettet gefühlt.

«Das regelmässige Defilee ist auch immer ein Dankeschön an die Stadt Liestal.» Bittel verspricht, sich dafür einzusetzen, dass diese Tradition in irgendeiner Form auch in Zukunft wenigstens einmal im Jahr durchgeführt wird. Die anwesenden Politiker ruft er dazu auf, Traditionen zu pflegen und hochzuhalten. Er verkündet: «Tradition bedeutet Identität und Sicherheit. Das Festhalten an Werten fördert die Zusammengehörigkeit und die integrative Kraft der Gesellschaft.»

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