Gelterkinden
Der neue Standort zieht mehr Besucher an

Der «Treffpunkt 11» im alten Zeughaus von Gelterkinden zieht die Leute in Scharen an. Besucher und Aussteller sind vom neuen Konzept der Gewerbeausstellung und dem neuen Standort begeistert.

Ulrich Frei
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Das Privatauto ist unnötig: Die Postautos der Linien 100 bis 104 verkehren gratis zum «Treffpunkt 11».

Das Privatauto ist unnötig: Die Postautos der Linien 100 bis 104 verkehren gratis zum «Treffpunkt 11».

Eigentlich wäre am Freitagabend um 21.30 Uhr bereits Feierabend gewesen. Doch zu dieser Zeit war der Ansturm auf die Gewerbetreibenden besonders gross. Grosszügig verlängerte das OK des «Treffpunkts 11», der alle vier Jahre stattfindenden Gewerbeausstellung in Gelterkinden, die Öffnungszeiten. Doch auch eine Stunde später gingen viele – vor allem junge Besucherinnen und Besucher – noch nicht nach Hause.

Die Bar in der Nachbarschaft des alten Zeughauses schloss erst um 6.30 Uhr morgens, wie aus zuverlässiger Quelle zu erfahren war. Nicht nur das Publikum, auch die Aussteller sind mit dem bisherigen Verlauf der Ausstellung überaus zufrieden. «Tipptopp organisiert», sagt Lothar Jung, der Leiter einer ortsansässigen Bankfiliale.

Auch der Getränkehändler Stefan Kessler ist begeistert: «Das Gelände ist genial». Die Gewerbeausstellung werde je länger, je mehr zu einer Chilbi. «Dies entspricht ganz dem Bedürfnis des Publikums», hält er fest. Das klassische Handwerk wurde dagegen kaum präsentiert. Auch im Gewerbe hielten unterdessen moderne Marketinginstrumente Einzug. Im Vorfeld waren jedoch nicht alle Gewerbetreibenden von der Idee begeistert, den alten Standort bei der Mehrzweckhalle zu verlassen.

«Aber das waren nur einzelne Stimmen», betont OK-Präsidentin Karin Tozzo. Die Anmeldungen gingen ein «wie verrückt». Viele Anfragen seien von Mitgliedern umliegender Gewerbevereine eingegangen. «Ausgebucht», gab Tozzo bei der Eröffnung zu Protokoll. Das neue Ausstellungsgelände im und um das alte Zeughaus umfasst den Vorplatz, auf dem dereinst Soldaten und Fahrzeuge in Reih und Glied standen, sowie das Parterre und den ersten Stock des alten Zeughauses.

Die Postautolinien 100 bis 104 von und nach Gelterkinden verkehren gratis. «Auch der Nachtzuschlag entfällt», hebt Roman Cueni, Leiter der Region Nordschweiz der Postauto AG, hervor. Jede halbe Stunde hält ein Bus direkt vor dem Ausstellungsgelände. «Es muss also niemand mit dem Auto kommen, wenn er nicht möchte», bemerkt OK-Präsidentin Karin Tozzo.

Das Budget von insgesamt 400000 Franken wurde zudem durch die Vermietung an Ausstellungsflächen, die Erträge aus den Festwirtschaften und der Lotterie finanziert. Ein ausgeklügeltes Sponsoringkonzept führte zu Rekordeinnahmen in diesem Bereich. Die Aussteller bezahlen denselben Preis wie vor vier Jahren. Vor anderthalb Jahren fand die erste von 14 OK-Sitzungen statt.

Mit einem neuen Konzept, verbunden mit einem neuen Standort, stand das OK vor grossen Herausforderungen. «Wir konnten nichts aus der Schublade ziehen», erzählt Karin Tozzo. Denn zum ersten Mal findet die Gewerbeausstellung ausserhalb des Dorfes statt. «Das Marketing musste perfekt sein.» Der Treffpunkt 11 dauert noch bis heute Sonntagabend.