Amtshaus Laufen
Der Palazzo ist wohl bald in Laufner Hand

Die Burgergemeinde Laufen-Stadt hat entschieden, dem Baselbiet das Laufner Amtshaus abzukaufen. Die Burger verhandelten mit dem Kanton seit Herbst 2014. Damit die Liegenschaft jedoch den Besitzer wechseln kann, muss die Immobilie zuerst vom Verwaltungs- in das Finanzvermögen des Kantons umgewidmet werden.

Dimitri Hofer
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Ins Laufner Amtshaus könnte im Herbst dieses Jahres neues Leben einkehren.

Ins Laufner Amtshaus könnte im Herbst dieses Jahres neues Leben einkehren.

Kenneth Nars

Das Ergebnis an der Versammlung am vergangenen Freitag konnte eindeutiger nicht sein: Die Burgergemeinde Laufen-Stadt will dem Kanton Baselland das leerstehende Laufner Amtshaus abkaufen. Sämtliche der anwesenden fast 50 Mitglieder stimmten dafür, das vorliegende Angebot anzunehmen. Über den Kaufpreis für den schmucken Palazzo an hervorragender Lage in der Altstadt wurde von beiden Seiten Stillschweigen vereinbart.

Die Verhandlungen zwischen dem Kanton und der Burgergemeinde laufen bereits seit Herbst 2014. Nach dem Entscheid der Burger stehen sie nun kurz vor einem Abschluss. Damit Unterschriften unter den Vertrag gesetzt werden können, muss das geschichtsträchtige Gebäude jedoch vom Verwaltungs- ins Finanzvermögen des Kantons Baselland umgewidmet werden. Erst dann ist es möglich, kantonale Räumlichkeiten zu veräussern. Da das Baselbiet die Liegenschaft dauerhaft nicht mehr benötigt, hat die Regierung Anfang Mai dem Landrat eine Vorlage für die Umwidmung unterbreitet.

Burger haben viele Angebote

Bevor sie ins Baselbieter Parlament kommt, wird sich aber zuerst die landrätliche Finanzkommission mit der Vorlage befassen müssen. Kommissionspräsident Roman Klauser (SVP) will zwar seinen Kolleginnen und Kollegen nicht vorgreifen. Dennoch fällt ihm zum momentanen Zeitpunkt nichts ein, was gegen eine Umwidmung sprechen könnte. «Die Finanzkommission hat sich bisher noch nicht mit der Vorlage auseinandergesetzt», sagt er. Auch für die nächste Sitzung sei sie nicht traktandiert, möglicherweise werde sie aber an der letzten Sitzung vor den Sommerferien Ende Juni auf der Traktandenliste stehen. Derzeit ist darum davon auszugehen, dass das Geschäft im Spätsommer oder im Herbst vom Landrat behandelt wird.

Steht seit mehr als zwei Jahren leer

Mit dem voraussichtlichen Verkauf der Immobilie an die Burgergemeinde und der anschliessenden Vermietung würde ein mehr als zwei Jahre dauerndes Trauerspiel enden. Bis im Frühjahr 2014 waren in den Räumlichkeiten die Bezirksschreiberei und das Bezirksgericht einquartiert. Aus Spargründen verlegte der Kanton Baselland die beiden Institutionen nach Arlesheim.

In der Folge reichten im Landrat sowohl Klaus Kirchmayr (Grüne) als auch Georges Thüring (SVP) Postulate ein, beide mit dem Ziel, das Amtshaus in Kantonshand zu belassen. «Eine Vermietung an die Stadt Laufen oder an einen Zusammenschluss verschiedener Gemeinden kam trotz intensiver politischer Diskussionen und Gesprächen auf Verwaltungsebene nicht zustande», heisst es in der Regierungsvorlage an den Landrat. Dasselbe gelte auch für eine kantonale Nachnutzung, die von den beiden Parlamentariern angestrebt wurde.

Runder Tisch soll stattfinden

Das leerstehende Amtshaus verursacht dem Kanton inklusive der Pflege der Aussenanlagen monatliche Gesamtkosten von rund 2000 Franken. Trotz des Beschlusses der Burgergemeinde möchte der Laufentaler Landrat und CVP-Kantonalpräsident Marc Scherrer an seinem Vorhaben festhalten, einen Runden Tisch über die Zukunft des Amtshauses einzuberufen. Er finde es sehr erfreulich, dass beim Amtshaus nun endlich Nägel mit Köpfen gemacht werden und die Burgergemeinde das Gebäude übernehme. Da aber ein grosses öffentliches Interesse bestehe, wie es weiter geht, sei ein Runder Tisch mit Informationscharakter sinnvoll.