Bluttat in Rünenberg
Der Schock sitzt tief in Rünenberg – wir haben uns vor Ort umgehört

Nach der Bluttat vom Sonntag herrscht in Rünenberg eine gedämpfte Stimmung. Zwei Gemeindemitglieder sind gestorben. Der 57-jährige Anwalt Martin Wagner und sein 39-jähriger Nachbar. Dennoch gab es Personen, die über ihr Befinden Reden wollen.

Simon Tschopp
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2. VersionTatort Rünenberg - Martin Wagner
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Tatort Rünenberg
Anwalt Martin Wagner
Tatort Rünenberg - ein Nachbar ist der Täter. Er richtete sich anschliessend selbst.
Die Leichen werden abgeholt.
Pascal Pilet, Staatsanwaltschaft der Polizei Basel-Landschaft, spricht an einer Medienorientierung zum Tötungsdelikt.
Bernhard Baumgartner Einsatzleiter der Polizei Basel-Landschaft
Der Leichenwagen fährt vor dem Haus (links) des erschossenen Martin Wagners vor.
Sie informierten die Medien (v.l.): Adrian Gaugler, Bernhard Baumgartner (beide Polizei), Pascal Pilet und Michael Lutz (beide Staatsanwaltschaft).

2. VersionTatort Rünenberg - Martin Wagner

Roland Schmid

Trüb ist der Himmel. Leer sind die Strassen. Bloss ein paar Leute halten sich in Rünenberg im Freien auf. Trist ist auch die Stimmung in der Dorfbevölkerung. Nachdem der bekannte Anwalt Martin Wagner in der 780-Seelen-Gemeinde am Sonntagmorgen von einem Nachbarn (39) erschossen worden ist und dieser sich danach selbst gerichtet hat, mögen nicht alle über diese Schreckenstat reden. Dennoch gaben Personen am Montag ihren Gefühlen Ausdruck.

Zu ihnen gehört ein 78-jähriger Mann: «Das ist schlimm, schlimm, schlimm», sagt er. Es gebe Vermutungen. Aber dass das so dermassen ins Uferlose laufe, sei kaum nachvollziehbar. Die beiden getöteten Familienväter hinterlassen je drei Kinder. «Das ist furchtbar», zumal Herr Wagner erst letzten September seine Frau, die an Krebs erkrankt war, verloren habe. Der 78-Jährige kannte die beiden Männer und deren Familien nur vom Sehen.

Eine Frau, die im Dorfladen einkaufen geht, weiss, dass die Frau des mutmasslichen Täters und Wagners verstorbene Frau befreundet waren. Die kleinen zwei Kinder seien gleich alt und gute Freundinnen. Wagner sei im Dorf nicht integriert und kein einfacher Typ gewesen, meint die 73-Jährige.

Kritik an Medien

Ein Mann ringt um Worte: «Tragisch, schlimm.» Er kannte die beiden Getöteten. Man nehme ein solches Ereignis anders wahr, wenn es im eigenen Dorf geschehe. Der 73-jährige Mann wohnt seit 1953 in Rünenberg, «aber so etwas habe ich noch nie erlebt. Das schüttelt einen durch», erklärt er. Schlimm findet er auch Presse und Fernsehen. Schockiert sei man, berichtet ein weiterer Einwohner, dem Martin Wagner «mehr oder weniger» bekannt gewesen ist.