Schweizer Cup
Der SV Muttenz bereitet sich auf sein Hochrisikospiel vor

In knapp einem Monat trifft der 1.Ligist im Schweizer Cup auf die Young Boys. Die Polizei stuft die Partie als Hochrisikospiel ein. Der SV Muttenz hofft jetzt auf eine Befreiung der hohen Sicherheitskosten – sonst sei der Klub in der Existenz bedroht

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Auf der Margelacker-Sportanlage muss für das Cupspiel ein Zaun installiert werden.

Auf der Margelacker-Sportanlage muss für das Cupspiel ein Zaun installiert werden.

Juri Junkov

Seit im September die zweite Runde des Schweizer Cups ausgelost wurde, drehen die Rädchen in der Basler Fussballszene auf Hochtouren. Der grosse FC Basel reist am Sonntag, 11. November ins Tessin zu Chiasso. Die beiden kleinen Vertreter aus der Region – die Black Stars und der SV Muttenz – haben hingegen das grosse Los gezogen: Black trifft am Samstag, 10. November auf den FCZ, Muttenz am Sonntag, 11. November auf die Young Boys.

Für die beiden 1. Ligisten eigentlich ein Grund zur Freude, die beiden Partien können zum Fussballfest werden. Seit der Auslosung aber wird nach und nach klar, dass die Begegnungen vor allem auch eine riesige Herausforderung darstellen.

Aus der Heimat verbannt

So stufte die Basler Polizei die Partie zwischen Black und dem FCZ als Hochrisikospiel ein, der Quartierverein darf das Spiel damit nicht im heimischen Rankhof austragen. Auch die Schützenmatte fiel wegen der neuen Tartanbahn als Alternative weg. So blieb den Black Stars nur der Gang in den St. Jakob-Park – obwohl ihnen damit nach eigenen Berechnungen Kosten in der Höhe von bis zu 200 000 Franken entstehen.

Immerhin konnten die Black Stars durchsetzen, dass das Spiel am Samstag stattfindet und somit auch das dem FCB zugeneigte Publikum ins Joggeli kommen und am nächsten Tag ins Tessin reisen kann. Zudem hat der kantonale Swisslos-Fonds 20 000 Franken und eine Defizitgarantie über weitere 20 000 Franken zugesprochen.

Während die Probleme um das Spiel der Black Stars in der Öffentlichkeit breit diskutiert wurden, hat auch der SV Muttenz hart an der Vorbereitung auf seinen Cup-Knaller gearbeitet – allerdings hinter den Kulissen. Auch das Spiel zwischen Muttenz und YB wurde von der Polizei als Hochrisikospiel eingestuft. Und ursprünglich war zur Debatte gestanden, dass auch die Muttenzer im Joggeli antreten sollen. Dagegen wehrte sich der Klub aber und setzte sich durch. Die Begegnung findet auf dem Margelacker statt.

Zaun für die Gästefans

Die Herausforderung wird damit nicht kleiner, im Dialog mit allen Beteiligten ist der SV Muttenz daran, ein Konzept zu erarbeiten. Erst diese Woche sass Beat Meier, Presse- und Sicherheitschef des SV Muttenz, mit Vertretern der Polizei Basel-Landschaft, der Feuerwehr und der Ereignisdienste zusammen. Thema: die Sicherheit und die damit verbundenen Kosten. «Wir setzen alles daran, ein friedliches Fussballfest für Muttenz zu organisieren», sagt Meier. Entgegen kommt dem SV Muttenz dabei, dass der FCB gleichzeitig in Chiasso spielt. Die hartgesottenen FCB-Fans werden somit wahrscheinlich im Tessin sein und nicht den YB-Fans in Muttenz über den Weg laufen.

Trotzdem will der SV Muttenz alles tun, um die Sicherheitsauflagen zu erfüllen. «Im Stadion ist der SV Muttenz selber für die Sicherheit verantwortlich», sagt Meier. Für die rund 350 erwarteten YB-Anhänger wird daher extra ein Gästesektor eingerichtet und mit einem Zaun von den anderen Sektoren abgetrennt. Auch muss für die YB-Fans ein separater Eingang gebaut werden. Zudem wird über den Einsatz privater Sicherheitsdienste diskutiert.

«Es hat positive Gespräche gegeben»

Ausserhalb des Stadions ist derweil die Polizei für die Sicherheit verantwortlich. Auch darüber wurde beim Treffen gesprochen. Ein Konkordatseinsatz der Polizei könnte sich der SV Muttenz «schlicht nicht leisten», wie Meier sagt. Deshalb hat er bei der Regierung einen Antrag auf Kostenbefreiung eingereicht. Und Meier ist guten Mutes, was den Entscheid betrifft: «Es hat positive Gespräche gegeben.» Meier hofft, dass der Einsatz des Vereins, was die Sicherheitsauflagen betrifft, gewürdigt wird. Der Entscheid soll in diesen Tagen fallen.

Kommt die Kostenbefreiung nicht zu Stande, droht dem SV Muttenz ein finanzielles Fiasko. «Wenn alle Beteiligten auf ihre Kosten bestehen, ist das ein existenzielles Problem für uns», sagt Meier. Die Einnahmen beim Cupspiel sind begrenzt, 3500 Zuschauer finden auf dem Margelacker Platz – «da kann man sich ausrechnen, was wir etwa einnehmen können bei 20 Franken Eintrittspreis», sagt Meier. Aber er versichert, wo in diesem Falle die Prioritäten liegen würden: «Der SV Muttenz ist der grösste Verein im Baselbiet. Wir haben viele Junioren. Das werden wir nicht für diesen Match aufs Spiel setzen.»

Trotz des dunkelschwarzen Worst-Case-Szenarios bleibt Meier zuversichtlich: «Das Cupspiel hat uns einige Arbeit gebracht. Bei mir überwiegt aber nach wie vor die Vorfreude auf das Volksfest.»