Touring Club
Der TCS beider Basel gibt jetzt wieder Gas

Der Verwaltungsrat saniere zu lasch und vergraule seine Mitglieder, hiess es noch vor einem Jahr. An der Generalversammlung von Mittwochabend schien nun aber wieder die Sonne über dem TCS beider Basel.

Von Lucas Huber
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BeimTCS beider Basel sind wieder ruhigere Zeiten angebrochen

BeimTCS beider Basel sind wieder ruhigere Zeiten angebrochen

Limmattaler Zeitung

Der Touring Club Schweiz (TCS) ist ein Pfeiler der Schweizer Kultur. Brauchtum quasi, wie Raclette oder der Gotthard. Doch in den vergangenen Jahren ist der TCS-Dampfer der beiden Basel in arge Havarie geraten. Es kriselte im Vorzeigeklub. Hauptgrund dafür: das liebe Geld. Zu viel davon wurde in das neue Center in Füllinsdorf gesteckt, das man zum modernsten seiner Art in der ganzen Nordwestschweiz veredelte. Selbst Peter Holinger, bis vor einem Jahr noch Verwaltungsratspräsident, sprach an der letztjährigen Generalversammlung in kritischem Ton von einer «Luxusvariante».

Was folgte, waren Entlassungen und böses Blut. An der 89. GV, die genau heute vor einem Jahr stattgefunden hat, gingen schliesslich die Emotionen hoch. Man warf dem Verwaltungsrat Misswirtschaft vor und, dass er zu lasch sanieren würde. Von Mitarbeitenden war die Rede, die aufgrund der rigorosen Sparmassnahmen skrupellos abserviert würden. Die Konsequenz vieler war in der Folge, selbst nach 40-jähriger Mitgliedschaft dem TCS die Treue zu künden: Man fühlte sich vergrault, nicht ernst genommen.

Kostspielige Sanierungen

Vorgestern trafen sich nun 144 TCS-Mitglieder zur 90. Generalversammlung in Muttenz – 144 von rund 86000 Mitgliedern. Kaum noch etwas war zu spüren vom Verdruss des vergangenen Jahres: Die Wut war verraucht, das Feuer im Dach gelöscht. Lediglich ein einzelner Stimmender verweigerte dem Verwaltungsrat die Décharge und enthielt sich bei den Wahlen.

Ganz hat es der Verein aber noch nicht aus den finanziellen Nöten geschafft. Das Eigenkapital ist nach wie vor auf einem beunruhigend tiefen Stand, und der Schuldenberg ist gross. Doch die Lichter am Horizont, die der Verwaltungsrat vor einem Jahr verheissungsvoll pries, leuchten. Die «schwarze Null», die für 2010 budgetiert war, konnte erreicht werden. Und Verwaltungsratspräsident Christophe Haller verspricht: «Wir werden in ein paar Jahren finanziell wieder gut dastehen.» Das Restrukturierungskonzept greife, und alles in allem sei man auf gutem Wege, doch kämen noch einige kostspielige Sanierungen auf den Klub zu.

«Gute Investitionen»

Der grösste Posten dabei wird die Renovierung des Flachdachs im Füllinsdörfer Center an der Uferstrasse sein. Dieses ist derzeit provisorisch instand gesetzt, früher oder später wird das Wasser seinen Weg ins Innere allerdings wieder finden: «Das wird viele Mittel brauchen», so Haller abschliessend, «aber es sind gute Investitionen.»

Für ihn war es die erste Generalversammlung als Präsident, nachdem er vor einem Jahr als Nachfolger von Peter Holinger gewählt wurde. Dieser trat nun – zusammen mit Finanzchefin Daniela Schneeberger – auch aus dem Verwaltungsrat zurück. Neu gewählt wurden die Lausner SVP-Landrätin Daniela Gaugler und der Liestaler Treuhänder Andreas Zbinden.