Tenniken
Der Tenniker Gemeindeverwalter geht nach 37 Jahren in Pension

Nach 37 Dienstjahren in Tenniken geht Gemeindeverwalter Willy Fankhauser in Pension. Er hat seinen Beruf mit Leidenschaft ausgeführt. Tausende Seiten Protokolle hat er geschrieben - es könnten Bücher damit gefüllt werden.

Edi Gysin
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Willy Fankhauser spielte sich nie als sechster Gemeinderat auf.

Willy Fankhauser spielte sich nie als sechster Gemeinderat auf.

Edi Gysin

«Eine Stunde mehr, das ist nicht so schlimm.» Er sagt den Satz mit einem feinen Lächeln. Frei von Bitterkeit. Vielleicht charakterisiert er die von Willy Fankhauser für die Tenniker Bevölkerung geleistete Arbeit besser als jeder Nachruf. Kompetent erzählt er über seine Gemeinde, lebhaft über die Arbeit als Gemeindeverwalter. Sie war ihm auch Berufung, das ist spürbar. Und er hat die Arbeit gerne gemacht, selbst wenn es eine Stunde länger dauerte.

Fast vier Jahrzehnte lang hat er Wünsche, Sorgen oder Fragen von Tennikerinnen und Tennikern entgegengenommen. Begonnen hat er damals im Januar 1976 im alten Schulhaus Hofmatt, mit bescheidener Infrastruktur und als Einmannbetrieb. Elf Jahre später zog die Verwaltung an den heutigen Standort. «Für mich war das ein grosses Ereignis. Ich konnte mitwirken bei der Gestaltung der neuen Verwaltung», erinnert er sich, als wäre es gestern gewesen.

Velofahren als Passion

Bücher habe er geschrieben, sagte Gemeindepräsident Erich Wiesner. Tausende Seiten Protokolle, veröffentlicht werden sie nicht, dafür archiviert und bleiben so der Nachwelt erhalten. «Willy hat nie den sechsten Gemeinderat gespielt», sagte Wiesner. Fankhauser habe dann geredet, wenn der Gemeinderat etwas wissen musste. «Oder wenn er bei einem Geschäft einen Wissensvorsprung hatte.» Die beiden konnten es gut miteinander, der Gemeindepräsident und der Verwalter. Jeder im Bewusstsein seiner Funktion, sind sie zu Weggefährten, zu Freunden geworden. Es geschah am Banntag des Jahres 1975. Max Mundwiler, damals Tennikens Gemeindepräsident, war auf der Suche nach einem neuen Verwalter. An jenem Tag sei er von Mundwiler gefragt worden, ob er sich das vorstellen könnte, so seine Erinnerung.

Aufgewachsen ist Fankhauser auf dem Tenniker Hof «Bählweid». Dort gaben die Jahreszeiten den Takt in den Kulturen vor und die Haustiere waren tägliche Verpflichtung. Nach einer Ausbildung zum Maschinenzeichner und anschliessendem Besuch der Handelsschule hatte er eine Anstellung in der Industrie. «Die Anfrage habe ich schnell vergessen», so Fankhauser. «Allerdings behagte mir die Vorstellung nicht, mein Arbeitsleben am Zeichenbrett zu verbringen.» Er habe eher mit Menschen zu tun haben wollen, schaut er zurück. So geriet jene Anfrage vom Banntag doch wieder in sein Bewusstsein, und er bewarb sich um die vakante Stelle. Im September wurde er an der Urne zu Tennikens Gemeindeverwalter gewählt.

Spontaner Apéro

Jetzt, am Ende seines Arbeitslebens, zollte ihm die Dorfbevölkerung die verdiente Wertschätzung. An einem spontanen Apéro wurde am vergangenen Mittwoch gefeiert. An seinen ersten Arbeitstag kann sich Willy Fankhauser sehr lebhaft erinnern. «Am 28. Dezember 1975 kam unser zweiter Sohn Björn zur Welt. Meine Frau Beatrice war mit Björn noch im Spital, als es losging», sagt er lachend. Es war ein gutes Omen, zum neuen Familienmitglied zeitgleich der Beginn einer sinnstiftenden, lange währenden Arbeit. «Es hat mich nie gereizt, bei einer grossen Gemeinde zu arbeiten. Offene Stellen wären vorhanden gewesen, aber hier auf der kleinen Gemeinde war die Arbeit abwechslungsreich und ich kannte die Leute, das faszinierte mich», zieht er Bilanz. «Wenn es einmal Nerven gebraucht hat, habe ich mich aufs Velo geschwungen. Dann war der Ärger weggewischt», so Fankhauser.

Seit dem 15. Lebensjahr ist ihm Velofahren und Biken Ausgleich und Passion. Dankbar ist Fankhauser auch seiner Frau und der Familie, «sie alle haben mein Engagement immer mitgetragen». Dass die Abende bei den vielen Sitzungen manchmal länger werden, gehört eben auch zur Arbeit eines Gemeindeverwalters.