Baselbieter Wahlen
Der Wahlkreis Gelterkinden ist die Hochburg der SVP

Alle bisherigen Landräte im Wahlkreis Gelterkinden kandidieren wieder. Alles beim Alten – oder doch nicht?

Simon Tschopp
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So wählte der Wahlkreis Gelterkinden.

So wählte der Wahlkreis Gelterkinden.

bz

Auch wenn alle sechs Bisherigen des Wahlkreises Gelterkinden wieder antreten, so hat bloss die Hälfte dieser Landratsmitglieder vor vier Jahren den Sprung ins Parlament geschafft: Michael Herrmann (FDP), Martin Rüegg (SP) und Martin Geiser (EVP). Die SVPler Markus Meier und Hans-Urs Spiess sowie Florence Brenzikofer (Grüne) konnten während dieser Legislaturperiode Sitze erben von zurückgetretenen Parteimitgliedern.

SP und FDP verloren 2011

Es ist davon auszugehen, dass die Sitzverteilung im Wahlkreis Gelterkinden ab der neuen Legislaturperiode am 1. Juli gleich sein wird. Dass ein bisheriges Landratsmitglied parteiintern von einem anderen überflügelt wird, ist zwar nie auszuschliessen. Dennoch dürften Herrmann, Rüegg, Meier, Spiess, Geiser und Brenzikofer ihre Wiederwahl schaffen. Zu berücksichtigen ist jedoch, dass es innerhalb der Wahlregion (Wahlkreise Sissach, Gelterkinden und Waldenburg) zu Verschiebungen kommen könnte. So wanderte der EVP-Sitz 2011 von Waldenburg nach Gelterkinden.

Bei den Landratswahlen vor vier Jahren musste die SP im Wahlkreis Gelterkinden einen Rückschlag einstecken. Ihr Wähleranteil schrumpfte um 2,4 Prozentpunkte auf 21,8 Prozent mit dem Resultat, dass die Sozialdemokraten ein Mandat verloren. Noch schlimmer traf es die FDP beim Wählerverlust: Sie tauchte von 16,8 auf 11,5 Prozent, und ihren einzigen Sitz errang sie auch nur durch ein Restmandat in der Wahlregion 4. Bloss im Wahlkreis Muttenz ist der Freisinn noch schwächer (9,9 %).

Für Michael Herrmann, bei den letzten Wahlen noch Präsident der FDP Baselland, präsentiert sich die Ausgangslage für die Partei diesmal anders: «Wir haben uns aufgefangen und sind gut positioniert. Im Oberbaselbiet waren wir sehr aktiv.» Sie wollten im Wahlkreis Gelterkinden ihren Sitz verteidigen – diesmal jedoch ohne fremde Hilfe, spricht Herrmann, der seit 2010 dem Landrat angehört, auf die Zitterpartie vor vier Jahren an. Das sei ein realistisches Ziel. Beim Wähleranteil will der Freisinn im Wahlkreis Gelterkinden nach dem Taucher von 2011 wieder zulegen. «Wir haben eine sehr gute Liste mit bekannten Namen», ist Michael Herrmann überzeugt.

Gespannt sein darf man auf die SVP, die sowohl 2007 (35,66 %) als auch 2011 (35,6 %) im Wahlkreis Gelterkinden deutlich am stärksten abgeschnitten hat. Vor vier Jahren war dieser Wert der höchste aller Parteien in sämtlichen Wahlkreisen. Wird die SVP im Wahlkreis Gelterkinden das Resultat erneut bestätigen können? Oder hat sie dort ihren Zenit überschritten?

Grüne weiter auf Erfolgskurs?

Sukzessive zulegen können die Grünen im Wahlkreis Gelterkinden. Die 18,1 Prozent 2011 waren ihr bisheriges Spitzenergebnis. Waren es 1999 noch 5,65 Prozent gewesen, steigerten sich die Grünen auf 10,1 Prozent (2003) und weiter auf 13,24 Prozent (2007). Ein Achtungserfolg gelang an den letzten Landratswahlen der erstmals angetretenen BDP, die im Wahlkreis Gelterkinden auf Anhieb auf 4,8 Prozent Stimmenanteil kam.

Keine Rolle spielen werden die Grünliberalen, obwohl ihr Spitzenkandidat Peter R. Staub ist. Der Besitzer der «Waldgrotte» legte sich in der Vergangenheit verschiedentlich mit der Gemeinde Buus und dem Kanton an und wurde so in den Medien weit über die Gemeindegrenzen hinweg bekannt – aber nicht unbedingt zu seinem Vorteil. Staub kandidierte schon vor vier Jahren, damals allerdings noch für die BDP.