Arbeitsort
Deutlich unter dem nationalen Durchschnitt: Nur jeder fünfte Baselbieter arbeitet auch dort, wo er wohnt

45 Prozent der Baselbieter Erwerbstätigen haben ausserhalb des Kantons eine Stelle.

Simon Tschopp
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Spitzenreiter ist die Kantonshauptstadt mit 37,3 Prozent. Weshalb? «Liestal hat vergleichsweise viele Arbeitsplätze gemessen an der Wohnbevölkerung, so etwa in der Verwaltung und im Gesundheitswesen», sagt Tamara Bobst vom Statistischen Amt Baselland.

Spitzenreiter ist die Kantonshauptstadt mit 37,3 Prozent. Weshalb? «Liestal hat vergleichsweise viele Arbeitsplätze gemessen an der Wohnbevölkerung, so etwa in der Verwaltung und im Gesundheitswesen», sagt Tamara Bobst vom Statistischen Amt Baselland.

Nicole Nars-Zimmer

Die neusten Zahlen zu Wohn- und Arbeitsort, die das Statistische Amt Baselland in Tabellen und Grafiken aufbereitet hat, beinhalten interessante Details. Die Angaben stammen aus dem Jahr 2018.

Bloss 22 Prozent der erwerbstätigen Personen aus dem Baselbiet wohnen und arbeiten in der gleichen Gemeinde. Dieser Wert liegt deutlich unter dem nationalen Durchschnitt von 37 Prozent; die allgemeine Tendenz ist sinkend. Nicht nur im Vergleich zur Schweiz, auch innerhalb des Kantons sind die Anteile der Nichtpendlerinnen und -pendler sehr unterschiedlich. Einige grössere, aber auch kleinere Landgemeinden weisen eine überdurchschnittlich hohe Zahl an Leuten auf, deren Arbeitsort sich in der Wohngemeinde befindet.

Das kleine Oltingen auf dem Podest

Spitzenreiter ist die Kantonshauptstadt mit 37,3 Prozent. Weshalb? «Liestal hat vergleichsweise viele Arbeitsplätze gemessen an der Wohnbevölkerung, so etwa in der Verwaltung und im Gesundheitswesen», sagt Tamara Bobst vom Statistischen Amt Baselland. Hier dürften die Zentrumsfunktion und die gute Verkehrsanbindung eine Rolle spielen, womit Liestal für Arbeitgeber attraktiv ist. «Weil die Stadt zu den grössten Baselbieter Gemeinden zählt, steigt die Wahrscheinlichkeit, in der Wohngemeinde Arbeit oder am Arbeitsort Wohnraum zu finden», ergänzt Bobst.

Hinter Liestal und Laufen (34,9 %) belegt das 500-Seelen-Dorf Oltingen mit 32,1 Prozent den dritten Platz. Zu diesem hohen Anteil tragen die Landwirtschaftsbetriebe und Selbstständigerwerbenden in anderen Bereichen bei. Auch in Eptingen (31,1 %), Lauwil (26,8 %) und in Reigoldswil (26,4 %), alle im Bezirk Waldenburg gelegen, arbeiten verhältnismässig viele in ihrem Wohnort.

22'000 ausländische Grenzgänger

Umgekehrt weist Nenzlingen mit 9,7 Prozent den tiefsten Wert auf. Itingen (13,8 %) beispielsweise befindet sich mit seinen 2'180 Einwohnerinnen und Einwohnern trotz mehrerer grösserer Gewerbebetriebe deutlich unter dem kantonalen Durchschnitt.

Fast jede zweite der rund 142'000 berufstätigen Personen, die im Baselbiet wohnen, geht einer Arbeit ausserhalb der Kantonsgrenzen nach. 55 Prozent verfügen über eine Stelle im eigenen Kanton, weitere 32 Prozent arbeiten in Basel-Stadt und zwölf Prozent in einem weiteren Kanton, primär im benachbarten Solothurn und Aargau. Die Zahl der Baselbieterinnen und Baselbieter mit Arbeitsort im Ausland kann nur geschätzt werden und liegt bei knapp 500 Personen.

44 Prozent der im Kanton Baselland Erwerbstätigen kommen aus anderen Kantonen oder aus dem Ausland. Darunter sind die ausländischen Grenzgängerinnen und Grenzgänger mit rund 22'000 vergleichsweise stark vertreten; allein in Allschwil und Pratteln sind 6'500 beschäftigt, primär in der Chemie. Aus Basel-Stadt arbeiten rund 17'000 Personen im Baselbiet. Im Gegenzug besetzen rund 46'000 Landschäftler eine Stelle im Stadtkanton; Arbeitstätige aus dem Bezirk Arlesheim pendeln am häufigsten nach Basel.

Das Statistische Amt Baselland berücksichtigte für seine Angaben sämtliche Erwerbstätigen mit einem sozialversicherungspflichtigen Einkommen von mindestens 2'300 Franken pro Jahr.