Pratteln
Dickes Ja zu Initiative: Grünflächen müssen erhalten bleiben

Fast 59 Prozent der Prattler Stimmenden sprachen sich für die Initiative der Unabhängigen Pratteln aus, wonach gemeindeeigene Grünflächen in Wohnzonen erhalten bleiben müssen. Das hat auch Einfluss auf einen geplanten Kindergartenbau.

Julia Gohl
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Auf der Jugendhauswiese darf nun doch kein Kindergarten gebaut werden.

Auf der Jugendhauswiese darf nun doch kein Kindergarten gebaut werden.

zVg

Gemeindeeigene Grünflächen in den Wohnzonen dürfen in Pratteln nicht mehr überbaut werden. Mit einem Ja-Stimmen-Anteil von rund 59 Prozent wurde gestern bei einer Stimmbeteiligung von 36,4 Prozent eine entsprechende Initiative angenommen und der Gegenvorschlag des Gemeinderates abgelehnt. Rolf Ackermann, Präsident der Unabhängigen Pratteln, welche die Initiative lanciert hatten, freut sich: «Besonders, weil wir von keiner anderen Partei unterstützt wurden und es Initiativen schwer haben, wenn ihnen ein Gegenvorschlag gegenübergestellt wird. Aber die Stimmbürger haben sich nichts vormachen lassen. Sie haben erkannt: Nur die Initiative schützt die Grünflächen, der Gegenvorschlag nicht.»

Die Initiative verlangt, dass gemeindeeigene unbebaute Grundstücke in Wohnzonen als Freiflächen zu erhalten sind. Zudem sollen in Wohnquartieren Freiflächen geschaffen werden. Der Gegenvorschlag der Exekutive ging weniger weit. Er wollte grosse Freiflächen in Wohngebieten «soweit als erforderlich in genügendem Umfang» sichern. Zudem hätten «möglichst viele» weitere Grünflächen erhalten werden sollen.

«Nur eine grosse Differenz»

«Wir nehmen die Initiative sehr ernst und teilen viele der Anliegen der Initianten», sagt Gemeindepräsident Stephan Burgunder (FDP). «Eigentlich hatten wir nur eine grosse Differenz: die Jugendhauswiese.» Die Initianten wollten diese freihalten, die Gemeinde plante dort einen Kindergarten. Ideen zur Lösung dieses Dilemmas seien aber vorhanden: Erst soll mit einem Provisorium auf dem Grossmattschulhausplatz oder auf der alten Feuerwehrmagazinwiese gearbeitet werden. Dann gehe es ans Planen einer definitiven Lösung, eventuell im Zuge des Neubaus der Gemeinverwaltung.

Dem Wachstum der Gemeinde stehe die Initiative laut Burgunder nicht im Weg. «Es ging nur um die gemeindeeigenen Flächen.» Das sei kein Aus für andere Bauvorhaben. «Aber es ist ein Mahnfinger, dass wir mit unseren Ressourcen schonend umgehen und bei verdichtetem Bauen immer auch Grünflächen schaffen müssen. Das ist ganz im Sinn des Gemeinderats.»