Strassennetz
Die A18 und die A22 sind neu vignettenpflichtig

Die beiden Schnellstrassen gehören ab 2020 dem Bund und gelten jetzt als Autobahn. Das hat seinen Preis.

Andreas Hirsbrunner
Drucken
Teilen
A18 und A22 ab Februar 2020 vignettenpflichtig

A18 und A22 ab Februar 2020 vignettenpflichtig

Juri Junkov

Der eine oder andere dürfte staunen, wenn er in diesen Tagen auf die A18 (Basel-Aesch) oder auf die A22 (Pratteln-Sissach) auffährt: Eine Tafel macht alle Nutzer darauf aufmerksam, dass diese Schnellstrassen ab 1. Februar vignettenpflichtig sind. Das ist neu und hat mit dem Besitzerwechsel der beiden Strassen vom Kanton zum Bund per 1. Januar 2020 zu tun. Publiziert wurde die neue Kostenpflicht vom Kanton nicht.

Esther Widmer von der für die Zentral- und Nordwestschweiz zuständigen Filiale Zofingen des Bundesamts für Strassen (Astra) begründet das neue Regime so: «Beim Bund gelten die A18 und A22 jetzt als Autobahn der zweiten Klasse. Und auf Autobahnen braucht es generell eine Vignette.» Sonst ändere sich aber für die Nutzer nichts.

Neues Regime dürfte vor allem Rollerfahrer treffen

Dafür gibt es Änderungen für Bund und Kanton: Der Bund ist bei den beiden Baselbieter Schnellstrassen und etlichen weiteren im Land, die er auf dieses Jahr übernommen hat, zuständig für Betrieb, Unterhalt und Instandsetzung. Die Kantone entschädigen die Betriebs- und Unterhaltspflicht des Bunds für die neuen Strecken im Nationalstrassennetz jährlich mit einer Pauschale von 60 Millionen Franken. Wobei, so präzisiert Catia Allemann, Mediensprecherin bei der Baselbieter Bau- und Umweltschutzdirektion, dieses Geld nun nicht von den Kantonen zum Bund fliesse. Die 60 Millionen seien ein Kompensationsbetrag, den der Bund bisher den Kantonen bezahlt habe, der aber jetzt durch die Strassenabtretungen wegfalle.

Und Allemann weiter: «Im Fall des Kantons Baselland handelt es sich um einen Betrag von drei Millionen Franken.» Im Gegenzug habe der Kanton aber auch weniger Aufwendungen, was unter dem Strich zu einem Nullsummenspiel führe. Ein Nullsummenspiel dürfte die neue Vignettenpflicht auf A18 und A22 auch für die meisten Autofahrer sein. Dies, weil sie sowieso eine Vignette kaufen.

Anders dürfte es bei den Rollerfahrern aussehen: Manch einer beschaffte sich bisher nie eine Vignette, weil er mit seinem nicht so schnellen Vehikel die Autobahnen meidet, da er kaum mit dem Verkehrsfluss mithalten kann. Auf den beiden Schnellstrassen mit – je nach Streckenabschnitt – Höchstgeschwindigkeiten von 80 bis 100 Stundenkilometern fallen die Rollerfahrer jedoch kaum ab und nutzen sie auch. Für sie wird’s jetzt 40 Franken teurer, falls sie nicht auf die Kantonsstrassen ausweichen.

Aktuelle Nachrichten