Füllinsdorf
Die Ausstellung «Der gelbe Stern» gegen das Vergessen

Die Ausstellung «Der gelbe Stern» im Pfarrei- und Begegnungszentrum Dreikönig in Füllinsdorf erinnert an das Leben und an das Leid der jüdischen Menschen in Deutschland von 1900 bis 1945.

Hanspeter Thommen
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Damals war die Welt noch (einigermassen) in Ordnung.
7 Bilder
Vor 70 Jahren endete die Schreckenherrschaft
Peter Bernd, Gemeindeleiter, begrüsst die Gäste der Vernissage
Jochen Schmidt erklärt die Entstehung der Ausstellung
Prof. Dr. Renate Wind erinnert an mutige Menschen
Dr. Michael Kogon bei seiner Lesung
Mit der Reichskristallnacht begann das Grauen

Damals war die Welt noch (einigermassen) in Ordnung.

Hanspeter Thommen

In diesen Tagen erinnern verschiedene Anlässe an das Ende der Schrecken des 2. Weltkriegs in Europa von 70 Jahren. Eine Ausstellung, welche zurzeit im katholischen Pfarrei- und Begnungszentrum Dreikönig in Füllinsdorf gezeigt wird, befasst sich mit dem Leben der jüdischen Menschen in Deutschland von 1900 bis Mitte 1945. Gezeigt wird, wie sich die jüdische Bevölkerung in den ersten dreissig Jahren dieses Jahrhunderts einerseits als deutsch empfand, andererseits an ihren jüdischen Traditionen festhielt. Als 1933 die nationalsozialistische Partei an die Macht kam, wurde das Leben der Juden in Deutschland und später in allen von Deutschland anektierten Ländern immer unerträglicher. Schliesslich kam die grosse Vernichtungsaktion, welche als eine der grössten menschlischen Verbrechen in die Geschichte einging.

Die in Füllinsdorf gezeigte Ausstellung stammt aus dem Antikriegsmuseum in Berlin. In eindrücklichen Bildern gibt sie den im Allgemeinen statistisch gehandelten Zahlen ein Gesicht. Hinter all diesen Zahlen stehen Menschen. Peter Bernd, Gemeindeleiter der Pfarrei, nannte an der Vernissage als Gründe für diese Ausstellung unter anderem die «Ehrung der Toten» und die «Erhaltung der Vision der Menschenwürde» aber auch den «Dank für Diejenigen, welche den Mut aufbrachten, sich gegen diese Unmenschlichkeit zu wehren». Einer davon war Dietrich Bonhoeffer, an welchen Prof. Dr. Renate Wild in ihrem Referat an der Vernissage erinnerte. Bonhoeffer bezahlte seinen Mut mit dem Leben.

Jochen Schmidt, Kurator der Ausstellung, betonte: «Wenn man über diese Geschehnisse redet, hat die Ausstellung vielleicht ihren Zweck erfüllt.» An der Vernissage las der in Füllinsdorf wohnhafte Dr. Michael Kogon aus seinem Buch, welches die Geschichte seines von der Gestapo inhaftierten Vaters erzählt.

Die Ausstellung «Der gelbe Stern» wird getragen von einer ökumenischen Trägerschaft von katholischen, reformierten und methodistischen Kirchgemeinden, dem Forum für Zeitfragen und der Sekundarschule Frenkendorf. Sie ist geöffnet bis zum 17. Mai jeweils von 10.00 Uhr bis 18.00 Uhr. Der Eintritt ist frei.