Wochenkommentar
Die Baselbieter KMU kämpfen für ihre Interessen

Der Mann, der sich das «Baselbieter Gaunerstück» per Inserat in der bz und im «Wochenblatt» leistete, ist CVP-Gemeindepolitiker in Röschenz und in der CVP mit seiner Empfehlung für den SP-Regierungsratskandidaten Eric Nussbaumer unterlegen.

Thomas Dähler
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Wirtschaftskammer-Direktor Christoph Buser

Wirtschaftskammer-Direktor Christoph Buser

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So wettert Remo Oser denn auf dem bezahlten Raum in den Zeitungen gegen den «Übeltäter», SVP-Regierungsratskandidat Thomas Weber und gegen den «heimlichen Drahtzieher», Wirtschaftskammer-Direktor Christoph Buser. Tenor: Diese sind schuld an den Baselbieter Finanzproblemen und darauf aus, die ruinöse Politik fortzusetzen – zum Schaden der kleinen Gemeinden.

Weber und Buser haben zweifellos ihren Anteil an der neuen, konstruktiven Zusammenarbeit von FDP und SVP und an der Einbindung der CVP bei der Ersatzwahl. Was der Gemeinderat aus dem Laufental aber verpasst hat: Die Zeiten, in denen die kleinen Gemeinden vor allem dafür kämpfen, im fernen Liestal möglichst viel abzuholen, sind vorbei.

Das zeigt gerade der gegenwärtige Wahlkampf: Im Gang ist kein Kleinkrieg um Personen und Posten, sondern eine inhaltliche Auseinandersetzung um die Zukunft des Kantons und seiner Gemeinden. Dabei bemühen sich alle Kandidaten darum, nicht altbekannte Slogans herunterzubeten, sondern eigenständige und auch unerwartete Positionen zu vertreten. Positionen, die sich auch nicht in erster Linie am Parteibüchlein orientieren. Es ist ein lebendiger Wahlkampf. Wer auch immer gewählt wird: Mit der eigenen Partei wird der neue Regierungsrat auf jeden Fall noch zu kämpfen haben.

Dass sich die KMU und ihr Chef Christoph Buser für eine bürgerlich-liberale Mehrheit in der Regierung engagieren, erstaunt nun wirklich nicht. Ein Gaunerstück? Ich finde eher, dass es legitime Interessenvertretung ist – so wie auch die Gewerkschaften für eine rot-grüne Mehrheit und die Interessen ihrer Klientel eintreten. Webers Gegner im Wahlkampf dürften eher der neue dynamische Stil und die neue inhaltliche Position der Wirtschaftskammer sauer aufstossen. So leichtes Spiel wie geglaubt, hat der SP-Kandidat nicht.

Buser seinerseits ist es in den letzten Monaten gelungen, das Image der KMU-Organisation zünftig zu entstauben. Er engagiert sich als FDP-Politiker und KMU-Vertreter für eine raschere und dynamischere Gangart bei den Bemühungen, den Kanton Baselland wirtschaftlich attraktiver zu machen. Zu Recht hat er als Landrat eine engere Zusammenarbeit der Direktionen gefordert und einer effizienteren Investitionspolitik das Wort geredet. Und dies mit einer eigenen Studie der Wirtschaftskammer untermauert.