Küchenabfälle
Die Baselbieter stehen auf die neuen Bioabfallcontainer

Die Baselbieter sammeln fleissig Müll: Im ersten Sammelmonat sind 17 Tonnen Bioabfall zusammengekommen. Zu Beginn gabs sogar Probleme mit überfüllten Containern und tausenden Fliegen.

Madlaina Balmer
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Seit Anfang September läuft das Bioabfall-Projekt der Kehrichtbeseitigung Laufental Schwarzbubenland AG (Kelsag) in Liesberg. In 30 Gemeinden können die Baselbieter ihre Küchenabfälle in Bioabfallcontainern entsorgen. Die Haushalte sparen so Kehrichtgebühren und leisten gleichzeitig einen Umweltbeitrag. Aus den organischen Haushaltsabfällen gewinnt Kelsag nämlich Strom, Wärme, Dünger und Kompost. Regionale Bauern bekommen den Flüssigdünger und jeder, der möchte, kann vor Ort Kompost abholen. Wie viel Strom bereits produziert worden ist, kann Esther Grond, Leiterin Kelsag-Verwaltung, noch nicht sagen.

Im ersten Sammelmonat sind 17 Tonnen Bioabfall zusammengekommen. Grond ist mit dieser Menge zufrieden und schaut zuversichtlich nach vorne. «Das Projekt hat sicherlich Zukunft», ist sie überzeugt. Die Entsorgung der Bioabfälle ist gratis. Man braucht jedoch spezielle «Oeko-Beutel», um die Essensreste zu entsorgen. Für zehn Beutel bezahlt man im Laden Fr. 1.90.

Überquellende Container

Die Baselbieter Gemeinden beteiligen sich freiwillig an dem Projekt. Sie stellen der Kelsag einen Standort für die Biosammelcontainer zur Verfügung. Das Leeren, die Reinigung und Desinfektion der Sammelbehälter erledigen die Kelsag-Mitarbeiter. In der Regel werden die Container einmal pro Woche geleert und ersetzt. Laut Grond gab es in der Startphase einige Schwierigkeiten. So wurden beispielsweise in diversen Gemeinden die Sammelbehälter sehr rasch voll. Die Bio-Beutel wurden dann auf und neben die Behälter auf den Boden gestellt. Als die Kelsag darüber informiert wurde, reagierte sie rasch und liess die Container leeren. Aufgrund der hohen Bioabfallmenge entschieden sich einige Gemeinden, weitere Container aufstellen zu lassen.

Stimmen aus der Gemeinde

Aus Laufen berichtet Sandro Borer, Leiter der Bau- und Planungsabteilung: «Auch wir hatten am Anfang Probleme mit überfüllten Containern auf dem Rathausareal, und Millionen von Fliegen auf den Abfällen.» Mittlerweile seien diese Missstände behoben und er befürworte das Projekt sehr. Gemeinderätin Antonia Erbsmehl aus Grellingen äussert sich ebenfalls positiv: Seit Langem würden Einwohner sie ansprechen und nach Bioabfall-Sammelstellen fragen. Die Standplätze seien in Grellingen sauber und stünden ausserhalb von Wohnquartieren. Doch gäbe es auch Leute, die Bioabfälle lieber in ihrem eigenen Kompost verwerteten.

Grossbetriebe könnten ihre organischen Küchenreste auch abholen lassen, erklärt Grond. Für einen Container, der 140 Liter fasst, zahlen diese 40 Franken. Grond ist erstaunt, dass bisher wenige Restaurantbetriebe nach Sammelcontainern verlangten. Restaurants können nämlich ihre Resten nicht mehr den Bauern für die Schweinemast zur Verfügung stellen. Seit dem 1. Juli dürfen Schweine nicht mehr mit Essensresten gefüttert werden. Die Schweiz reagiert mit dieser Regelung auf die herrschenden EU-Richtlinien. Das Verbot soll dazu betragen, dass Tierseuchen eingedämmt werden.