Staatswein
Die Baselbieter wollen für offizielle Anlässe ihren eigenen Staatswein

CVP-Präsidentin Sabrina Corvini-Mohn will, dass wie in den Nachbarkantonen jährlich ein Wein gekürt wird, der an offiziellen Anlässen ausgeschenkt wird. Denn die hiesigen Winzer müssten sich nicht mehr verstecken.

Leif Simonsen
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CVP-Präsidentin Sabrina Corvini-Mohn will einen offiziellen Baselbieter Staatswein

CVP-Präsidentin Sabrina Corvini-Mohn will einen offiziellen Baselbieter Staatswein

Keystone

Während dem Baselbieter Wein noch bis vor ein paar Jahren ein eher zweifelhafter Ruf vorauseilte, kann er es heute mit den Besten aufnehmen. Die hiesigen Blauburgunder oder Riesling Silvaner schaffen es bei den Weinprämierungen regelmässig in die Medaillenränge. Mit Urs Jauslin aus Muttenz stellt das Baselbiet gar einen Pinot-Noir-Weltmeister. Mittlerweile werden im Landkanton 60 Rebsorten angebaut. «Früher gab man den Touristen einen Dôle, Rioja oder Chianti. Heute können wir mit gutem Gewissen einen Wein aus der Region anbieten», sagte Nicolas Neuhaus, Leiter der Liestaler Siebe Dupf Kellereien letzten Sommer an einer Medienkonferenz der Baselbieter Weinbauern.

Dass sich das Baselbiet für seinen Wein nicht mehr zu schämen braucht, wird auch in der Politik wohlwollend zur Kenntnis genommen. Mehr noch: CVP-Präsidentin Sabrina Corvini-Mohn ist der Meinung, dass «moderne Anbaumethoden, neue Sorten und das Qualitätsbewusstsein innovativer Winzerinnen und Winzer dafür sorgen, dass die Baselbieter Weine weit über die Kantonsgrenzen hinaus beliebt sind und grosses Ansehen geniessen.»

Dies ist der provisorische Wortlaut eines Postulats, das sie am nächsten Donnerstag im Landrat einreichen wird. Damit sind in ihren Augen die Voraussetzungen für einen Baselbieter Staatswein geschaffen. Dieser sollte fortan jährlich gekürt und jeweils an offiziellen Anlässen des Kantons ausgeschenkt werden, wie Corvini in ihrem Vorstoss, welcher der bz vorliegt weiter festhält. Die Pfeffingerin ist der Meinung, dass der Selektionsprozess von Aargau oder Bern übernommen werden könne. Im Aargau wählt eine Expertenkommission zuerst die Finalteilnehmer aus, anschliessend kürt eine Staatsweinjury den Staatswein – dieses Gremium setzt sich aus Experten und Persönlichkeiten aus der Politik und Verwaltung zusammen. Danach werden die prämierten Weine mit dem Etikett «Staatswein» versehen.

Wenig Aufwand, viel Ertrag

Die Bemühungen aus der Politik lassen den Weinproduzentenverband Baselland aufhorchen. «Bei uns ist es schon länger ein Thema, dass wir einen solchen Staatswein anstreben. Wenn dieses Anliegen nun von den Politikern aufgegriffen wird, dann ist das umso besser», sagt Paul Leisi, Präsident des Weinproduzentenverbands Baselland. Die Kürung eines Staatsweins würde dem Gewerbe weiteren Schub verleihen, ist er sich sicher. Geht es nach Leisis Vorstellungen, würde diese Ehre jährlich je einem Weisswein und einem Rotwein zuteil. Gleichzeitig räumt Leisi ein, dass die Auswahl beschränkt ist. Von den rund 120 Baselbieter Winzern hätten wohl nur die grössten 10 oder 15 die Kapazität, genügend Wein für die offiziellen Anlässe des Kantons zu produzieren.

Doch der Idee scheint nichts im Weg zu stehen: Sabrina Corvini verrät, dass sie für ihren Vorstoss Mitunterzeichner aus allen Lagern gewonnen habe. Für sie ist das nicht erstaunlich: «Die Auszeichnung eines Staatsweins kostet wenig und bringt viel – das ist die ideale Wirtschaftsförderung.»