Basellandschaftliche Kantonalbank
Die BLKB verliert den Logo-Streit: Der Spickel kommt weg

Der Dachverband der Kantonalbanken hat sich durchgesetzt. Die BLKB muss ihr neues Logo anpassen. Ansonsten hat die Kantonalbank ein gutes Jahr hinter sich: Sie konnte den Gewinn leicht steigern.

Benjamin Wieland
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Das neue Logo: Die Ecke links unten (gelber Kreis) wird wieder rückgängig gemacht, und zwar bis Ende Jahr.

Das neue Logo: Die Ecke links unten (gelber Kreis) wird wieder rückgängig gemacht, und zwar bis Ende Jahr.

bz

Die Basellandschaftliche Kantonalbank muss ihr prägnantes neues Logo schon wieder abändern. Leicht zwar, aber doch entfällt ein charakteristisches Element. Beim Rechteck mit dem stilisierten «K», das alle Kantonalbanken in der Schweiz verwenden, wird der Spitz am linken unteren Rand entfernt. Das gab die Bank an der Bilanz-Medienkonferenz am Mittwoch in Liestal bekannt. Das «K» mit dem Spickel sollte eine Sprechblase darstellen. Sieht man von den Querelen mit dem Verband ab, war 2019 für die BLKB ein erfolgreicher Jahrgang (siehe unten).

Auf die Abänderung bestanden hatte der Verband Schweizerischer Kantonalbanken (VSKB) mit Sitz in Basel. Der Dachverband ist Inhaber der Markenrechte – er pocht darauf, dass angeschlossene Banken die Grundform des Logos unverändert verwenden: Also das Quadrat mit dem stilisierten «K» und, wenn möglich, das Wort «Kantonalbank» respektive «Banque Cantonale» als Teil des Namens.

Hier konnte die BLKB offenbar einen Kompromiss aushandeln. Denn sie verwendet weiterhin die Abkürzung «BLKB». Ebenso ist der Slogan «Was morgen zählt» auch in Zukunft Teil des Logos. So kam BLKB-CEO John Häfelfinger an der Medienkonferenz zum Fazit: «Ich finde unseren neuen Auftritt wirklich cool!»

Da war die Welt für den Kantonalbanken-Verband noch in Ordnung: Das alte Logo (Zertifikats-Versammlung mit Bankratspräsident Thomas Schneider und Moderatorin Catherine Thommen).
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Andere KBs haben ihre Logos schon längst abgewandelt, etwa die Walliser Kantonalbank, die Sternlein integriert hat ...
... die Neuenburger Kantonalbank, die das «K» vedoppelte ...
... die Freiburger Kantonalbank, die den Rahmen auf zwei Seiten aufbrach ...
... und die Berner Kantonalbank, die «K» samt Rahmen aufplusterte und bevorzugt die Abkürzungen in Deutsch und Französisch verwendet.
Auch andere KBs treten gerne nur noch mit der Abkürzung auf, etwa die Waadtländer Kantonalbank ...
... und die Genfer Kantonalbank.
Die Basler Kantonalbank hat hell-dunkel invertiert, seitdem ist die Schrift weiss, der Hintergrund schwarz. Das ist gemäss Verband noch erlaubt.
Die Tessiner wiederum nennen ihre Kantoalbank «Banca Stato», was eine nicht ganz wortgetreue Übersetzung ist.
So ists gemäss Verband korrekt: Das «K» mit Schriftzug wie bei der St. Galler Kantonalbank. Die Einfärbungen sind seit je her erlaubt.

Da war die Welt für den Kantonalbanken-Verband noch in Ordnung: Das alte Logo (Zertifikats-Versammlung mit Bankratspräsident Thomas Schneider und Moderatorin Catherine Thommen).

Nicole Nars-Zimmer (niz)

Laut seinen Angaben belaufen sich die Kosten für die Entfernung des «Spickels» auf einen kleinen Betrag. Die Korrekturen hätten «komfortabel» im Budget Platz, das für den neuen Markenauftritt reserviert worden ist. Das sind rund 1,8 Millionen Franken.

Der neue Markenauftritt wurde im vergangenen September lanciert. Bis Ende Jahr sollen alle schon publizierten Logos korrigiert sein, sagte Häfelfinger. Betroffen seien unter anderem die Hälfte der 20 Niederlassungen, bei denen unter anderem die neue Leuchtschrift bereits an der Fassade montiert worden ist. Ebenso seien auch schon Druckmaterialien mit dem Spickel im Umlauf, etwa Visitenkarten. Andere Kantonalbanken verwenden weiterhin abgeänderte Versionen des Grundlogos.

Gewinn verbessert sich leicht

Die Basellandschaftliche Kantonalbank (BLKB) hat im Geschäftsjahr 2019 die Gewinnzahlen leicht verbessert. Während das Staatsinstitut die Erträge im Zinsengeschäft halten konnte, legte es im Anlagegeschäft etwas deutlicher zu. Der Geldzufluss zur Kantonalbank zog weiter an.

Der Jahresgewinn verbesserte sich im vergangenen Jahr um 1,8 Prozent auf 136,8 Millionen Franken. Der Geschäftserfolg als Mass für die operative Leistung zog um 3,6 Prozent auf 171,1 Millionen Franken an, wie das Finanzinstitut am Mittwoch mitteilte. Die Zertifikatsinhaber erhalten eine unveränderte Dividende von 35 Franken.

Anspruchsvolles Zinsumfeld

Insgesamt verbesserte sich der Geschäftsertrag im vergangenen Jahr um 1,0 Prozent auf 362,2 Millionen Franken. Im Zinsengeschäft bekam das Institut das «anhaltend anspruchsvolle» Zinsumfeld zu spüren. Trotz einem weiteren klaren Wachstum der Ausleihungen stieg der Netto-Erfolg im Kerngeschäft der Bank daher nur um knappe 0,1 Prozent auf 267,3 Millionen Franken.

Dank steigenden Erträgen aus dem Anlagegeschäft legte derweil der Kommissions- und Dienstleistungserfolg wie bereits in den beiden vergangenen Jahren weiter zu und erreichte 67,6 Millionen Franken (+1,9 Prozent). Im Handelsgeschäft resultierte ein Ertrag von 17,4 Millionen Franken (+3,5 Prozent).

Auf der Kostenseite legte die Bank sowohl beim Personal- wie beim Sachaufwand leicht zu. Haupttreiber bei den Sachkosten waren laut Mitteilung weitere Umbauten von Niederlassungen im Rahmen der Filialtransformation. Dazu kamen Massnahmen zur Erhöhung der Sicherheit an «exponierten Standorten». Insgesamt lag der Geschäftsaufwand bei 171,1 Millionen Franken (+2 Prozent). Die Cost-Income-Ratio blieb mit 47,4 Prozent (VJ 47,0) praktisch unverändert.

Weiteres Hypothekarwachstum

Die Bilanzsumme der Kantonalbank kletterte per Ende des Jahres auf 27,3 Milliarden von 25,3 Milliarden Franken im Jahr davor. Bei den Hypothekarforderungen legte die BLKB um 4,7 Prozent auf 19,6 Milliarden Franken zu. Weiterhin sei die Qualität des Hypothekarportfolios im privaten Wohnungsbau «sehr solide», so die Bank.

Weiter angezogen hat der Netto-Neugeldzufluss, der sich auf 687 Millionen Franken (VJ 524 Millionen) belief - «einer der höchsten Zuflüsse in den letzten Jahren», so die BLKB. Die der Bank anvertrauten Kundenvermögen zogen insgesamt um 1,9 Milliarden auf 21,5 Milliarden Franken an. Von diesen entfielen 3,5 Milliarden Franken auf Verwaltungsmandate (+19,9 Prozent).

Für das neue Geschäftsjahr 2020 gibt sich die Bank zurückhaltend: Das Jahr werde «anspruchsvoll bleiben», schreibt sie angesichts der Währungssituation des Frankens und der rekordtiefen Zinsen. Insgesamt erwartet die BLKB aber vor diesem Hintergrund im 2020 «eine verhaltene Entwicklung und ein Ergebnis leicht über Vorjahr». (sda)