Büren
Die Dorneckberger haben die Wahl: Wollen sie im Bad frieren oder dafür blechen?

Die Dorneckberger stimmen am 25. November über die Hallenbad-Sanierung ab. Die Gemeinderäte der fünf betroffenen Gemeinden stehen geschlossen hinter dem Projekt – sie sind aber unsicher, wie die Stimmbürger auf die Kosten in Millionenhöhe reagieren.

Melanie Aprin
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Die Schäden im Hallenbad sind nicht zu übersehen
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Das Bad muss dringend saniert werden
Hallenbad Büren
Genehmigen die Dorneckberger die Sanierung?

Die Schäden im Hallenbad sind nicht zu übersehen

Wenn eine Schwimmhalle den Charme der Siebziger versprüht, hat das kaum Vorteile. Ein Hallenbad aus dieser Zeit frisst viel Energie. Hat sich dann auch noch das Becken abgesenkt, ist die Badewassertechnik völlig veraltet und werden Hygiene-standards nur knapp erfüllt, ergibt sich das Bild der Schwimmhalle von Büren im Kanton Solothurn.

1975 erbaut als Teil der Kreisschule, steht das Bad seit Generationen dem Nachwuchs aus fünf Gemeinden zur Verfügung. Denn Büren ist Zentrumsgemeinde des Dorneckbergs. Nicht nur örtliche Schulklassen und Kindergartenkinder erhalten hier Schwimm-Lektionen, sondern auch die Schülerinnen und Schüler aus den Nachbarsgemeinden Gempen, Nuglar-St.Pantaleon, Hochwald und Seewen. Die Schwimmstunden gehören zum obligatorischen Sportunterricht. Nur das klappt nicht immer. «Durch die Glasfenster zieht es rein», klagt Sabrina Widmer, Schulhaus-Vorsteherin und Kindergärtnerin von Nuglar-St.Pantaleon. «Manchmal ist es sogar im Sommer so kalt, dass vor allem die Chindsgi-Kinder schlottern.» Im Juni wollte darum eine ihrer Kolleginnen auf das Gitterlibad in Liestal ausweichen. Leider wurde aber ausgerechnet an diesem Vormittag renoviert. «Die Kleinen sind dann eben nicht schwimmen gegangen», sagt sie.

Nur Sanierung empfehlenswert

Was an diesem Tag im Juni misslang, wäre aber grundsätzlich eine Option. Das bestätigt auch Ines Camprubi, Geschäftsführerin der Gitterli AG. Aber das Bad sei «mit Schulen aus Baselland ziemlich ausgelastet» und Ausweichen sei «nur in Ausnahmefällen möglich».

Das ist für Dominique Vuattoux, Präsident des Zweckverbands der Kreisschule Dorneckberg, kein Problem, weil die regelmässige Auslagerung von Schwimmunterricht einer Studie zufolge «keine praktikable Alternative» ist. Vielmehr gebe es aus Sicht des Verbands als Betreiberin der Kreisschule nur drei Varianten: «Entweder die ersatzlose Streichung der Schwimmhalle oder die Stilllegung und der Bau einer zweiten Turnhalle. Oder eben eine umfassende Sanierung.» Experten zufolge sei «nur die Sanierung und somit die Erhaltung des Status quo» empfehlenswert. Dieses Projekt mit einem Nutzungswert von weiteren 30 Jahren würde 3,2 Millionen Franken kosten.

Weil das ein sehr hoher Betrag ist, stimmen die Dorneckberger am 25. November ab, ob sie den Kredit bezahlen wollen. Vuattoux ist optimistisch: «Alle Gemeinderäte und Delegierten stehen geschlossen hinter dem Projekt.»

Zweimal Nein wäre immer noch Ja

Unsicherer ist Hans-Peter Schmid, der Gemeindepräsident von Nuglar-St.Pantaleon. Die einwohnerreichste Gemeinde müsste neben Haupteignerin Büren den höchsten Anteil am Kredit stemmen. Zwar kennt Schmid keine «öffentlich bekannte organisierte Opposition», aber könne sich «durchaus Gegner vorstellen, die ein Schwimmbad für nicht mehr wichtig oder das Projekt schlicht für zu teuer halten». Und gebe es «sicher noch diejenigen, denen es egal ist, was in Büren passiert».

Und auch dort ist die Stimmung uneins. Laut Sandro Servadei, Vizepräsident des Bürener Gemeinderates, sei fast allen «bewusst, dass die Schwimmhalle saniert werden muss». Er habe jedoch von Leuten gehört, «die sich an den hohen Kosten stossen». Beunruhigt wirkt er aber nicht. Denn ein Nein von einer oder zwei Gemeinden würde das Projekt nicht kippen: «Die Kreisschule ist als Zweckverband organisiert. Der Entscheid erfolgt demokratisch über alle fünf Gemeinden hinweg. Auf das Abstimmungsergebnis einer einzelnen Gemeinde kann demzufolge keine Rücksicht genommen werden.»