Fussball
Die Einzelkritik: So haben sich die FCB-Akteure geschlagen

Der FCB verpasst nach dem 0:2 gegen Schalke die Champions-League-Achtelfinals. Das Spiel hat einen faden Beigeschmack: die rote Karte gegen Ivanov ist sehr hart, beim 2:0 stehen gleich vier Spieler im Offside. Die FCB-Stars in der Einzelkritik.

François Schmid-Bechtel,Gelsenkirchen
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Der Beste: Yann Sommer: 5,5 Verhindert in der 43. Minute mirakulös ein Eigentor. Dann überragend gegen Farfan, Szalai und Boateng. Trotz Niederlage Weltklasse.
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Kay Voser (Mitte, Nr. 15): 4 War nicht der omnipräsente und unantastbare Voser der letzten Wochen. Solider Auftritt des Aargauers.
Fabian Schär: 4,5 In der ersten Halbzeit fehleranfällig. Stabilisierte sich nmit zunehmnder Spieldauer. An ihm lag es nicht.
Ivan Ivanov (rechts): 3,5 Nicht jeder Schidsrichter hätte vor der Roten Karte Foul gegen ihn gepfiffen. Bis dahin mit einigen Wacklern.
Taulant Xhaka: 3 Erst der Schuss an die eigene Latte. Dann nahm ihn Draxler immer wieder mti aufs Karussell. Überfordert.
Geoffroy Serey Die: 4 Motiviert bis in die Haarspitzen. Was nicht immre förderlich war. Der Ivorer rackerte 72 Minuten lang.
Mohamed Elneny: 4,5 Unauffälliger, aber wertvoller Dauerläufer im MIttelfeld. Musste nach dem 2:0 für Stürmer Sio raus.
Nach dem Schalke-Spiel: Die FCB-Spieler in der EInzelkritik
Mohamed Salah: 3,5 Deutete immer wieder seine Gefährlichkeit an. Doch vom Chelsea-Helden hat man mehr erwartet.
Valentin Stocker: 3,5 Der Krienser fand überhaupt nichts ins Spiel. Auch, weil er sich um den starken farfan kümmern musste.
Marco Streller: 4 Hatte nach dem Platzverweis den undankbarsten Job aller Spieler. Hing vorne völlig in der Luft.
Arlind Ajeti (im Hintergrund rechts, Nr. 5): 3,5 Kam in der 72. Minute für Serey Die und löste Frei in der Innenverteidigung ab. Auch er kam an seine Grenzen.
Matías Delgado: 3 kam in der 72. Minute für Stocker. Wahrgenommen hat man den Argentineir nciht. (SWE)

Der Beste: Yann Sommer: 5,5 Verhindert in der 43. Minute mirakulös ein Eigentor. Dann überragend gegen Farfan, Szalai und Boateng. Trotz Niederlage Weltklasse.

Keystone

Wiederholt sich die Geschichte? Am 7. Dezember 2011 sorgte Markus Steinhöfer für einen Schreckmoment, als er im Spiel gegen Manchester United den Ball an die Latte des eigenen Gehäuses drosch. Trotzdem wurde der deutsche Aussenverteidiger, der auf diese Saison zu Betis Sevilla gewechselt hat, in Basel zur Kultfigur erklärt. Schliesslich hatte sein Fauxpas keine Auswirkungen. Denn der FCB hatte sich dank einem sensationellen 2:1 gegen Manchester United für die Achtelfinals der Champions League qualifiziert.

Gestern war es Taulant Xhaka, der bereits in der 11. Minute für den ersten Schocker sorgte, als er beim Versuch, eine Flanke von Farfan zu klären, die eigene Latte traf. Der Abpraller landete bei Shootingstar Max Meyer, dessen Abschluss Fabian Schär vor der Torlinie entschärfte.

Ivanov baut Schalke auf

Auch wenn der FC Basel in dieser Szene viel Glück beanspruchte, war deren Entstehung gleichwohl ärgerlich. Denn die Schalker Knappen starteten ins Spiel, als laste das Schicksal der ganzen deutschen Nation auf ihren Schultern: nervös, verunsichert und auch ziemlich konzeptlos.

Dass Ivan Ivanov mit einem ungenügenden Kopfball jene turbulente Szene in der 11. Minute verursachte und somit etwas gegen die Schalker Verunsicherung unternommen hat, passte zum unglücklichen Auftritt des Bulgaren. Ein Auftritt, der 20 Minuten später beendet war. Statt einen unglücklich abgelenkten Ball von Fabian Frei kompromisslos zu klären, entscheidet er sich im Duell gegen Adam Szalai für die elegante Variante. Prompt kommt Ivanov in Bedrängnis. Szalai ist schlitzohrig genug, ein Halten von Ivanov zu suggerieren. Der italienische Schiedsrichter Paolo Tagliavento fällt auf die Illusion herein und zeigt Ivanov wegen eines angeblichen Notbremsefoul die rote Karte.

Kurz zuvor ereignete sich auf der anderen Seite eine ähnliche Szene. Marco Streller enteilte Benedikt Höwedes, der sich nur noch mit einem Foul behelfen konnte. Doch Höwedes kam im Gegensatz zu Ivanov mit einer Verwarnung davon, weil sein Partner in der Innenverteidigung, Felipe Santana, Strellers Torchance hätte verhindern können.

Einer, der den Fauxpas von Ivanov nicht benötigt hätte, um grosse aufzuspielen, ist Jefferson Farfan. Der Peruaner – fünf Tore in den letzten sechs Spielen – ist einer der wenigen, bei dem die Schalker Krise keine Wirkung erzielt hatte. Ein anderer Künstler im Team des angezählten Trainer Jens Keller blüht nach zuletzt enttäuschenden Leistungen auf. So erstaunt es nicht, dass Julian Draxler (50.) nach einer Flanke von Farfan das 1:0 erzielt.

Der eigentliche Skandal von Tagliavento und seinem Schiedsrichter-Team ist das 2:0. Während Farfan zum Freistoss anläuft, stellen die Basler vier, fünf Schalker ins Abseits. Torschütze Joel Matip ist wohl selbst überrascht, dass der Schiedsrichter nicht auf Offside entscheidet und trifft zur Entscheidung.

Natürlich kann man nun den schwachen Schiedsrichter Tagliavento für das Aus in der Champions League zur Verantwortung ziehen. Aber das wäre zu billig. Der FC Basel hat mit kleinen Fehlern einen Gegner aufgebaut, der zutiefst verunsichert war. Das ist verheerend. Weil die Schalker an guten Tagen höher fliegen als die Basler. Weil sie mehr Offensivpotenzial haben und auch sonst viel mehr Möglichkeiten haben als der Schweizer Meister.

Eine Blamage ist das Aus für den FCB indes nicht. Schliesslich ist er von der Papierform als Nummer 3 in die Gruppenphase gestartet. Dort ist er schliesslich auch gelandet.