Muttenz
Die Grundeigentümer haben sich zusammengerauft

Die Besitzer des ehemaligen Möbelhauses Hubacher und der Rennbahnklinik planen die Zukunft ihrer Areale jetzt gemeinsam.

Michel Ecklin
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Sollen einer Überbauung weichen: Das ehemalige Möbelhaus Hubacher (links) und das Studentenhaus in der ehemaligen Rennbahnklinik.Roland Schmid

Sollen einer Überbauung weichen: Das ehemalige Möbelhaus Hubacher (links) und das Studentenhaus in der ehemaligen Rennbahnklinik.Roland Schmid

Roland Schmid

Vor zwei Jahren hatte Muttenz die Gelegenheit, an einem prominenten Ort einen grossen planerischen Wurf zu landen. Die Rennbahnklinik war von der Ecke St. Jakobs-/Birsstrasse weggezogen, und unmittelbar nebenan hatte Möbel Hubacher seine Verkaufsflächen verlassen. Der Gemeinderat wollte die beiden, insgesamt eineinhalb Fussballfelder grossen Areale gemeinsam entwickeln.

Doch dazu gab es damals kaum Bereitschaft. Aus der Rennbahnklinik wurde ein Studentenheim, während der Möbelhändler seine Flächen entlang der St. Jakobs-Strasse unbenutzt liess, unter anderem wegen erbrechtlicher Probleme.

Doch jetzt kommt doch noch Bewegung in die Planung. Das ehemalige Möbelverkaufsgebäude gehört jetzt einer Familie, die den Boden im Baurecht an das Planungsunternehmen Mettler2Invest abgegeben hat. Dieses kümmert sich jetzt auch die ehemalige Klinik. Mettler2Invest will jetzt zusammen mit der Gemeinde einen Quartierplan erarbeiten. Einig ist man sich bereits über eines: Man wird auf dem Areal vor allem wohnen, entlang der lärmigen St. Jakobs-Strasse soll Gewerbe Platz haben. Das schreiben die Rahmenbedingungen für den Wettbewerb vor, an dem derzeit fünf Architekturbüros arbeiten. Bis im Januar sollen sie ein Nutzungskonzept erarbeitet haben, als Grundlage für den Quartierplan.

«Eine mögliche Idee ist, verschiedene Wohnformen mit Gewerbe zu verbinden», sagt Gemeinderat Thomi Jourdan (EVP). Ihm schwebt vor, dass verschiedene Bevölkerungsgruppen hier nebeneinander wohnen werden. Studenten und ältere Menschen zum Beispiel hätten ähnliche Wohnraumbedürfnisse. Sicher ist für den Gemeinderat auch, dass in die Gewerbeflächen keine Grossverteiler einziehen sollen. «Wir sind der Meinung, dass es davon im Quartier schon genug gibt.»

Planer und Gemeinderat einig

Und wie bei jedem Quartierplan sollten die Bauherren mit ihrem Projekt etwas der Muttenzer Bevölkerung geben. Schliesslich erlaube ein Quartierplan in der Regel eine höhere Nutzung. In welcher Form das geschehen soll, ist noch offen. Wichtig ist Jourdan, dass man mit dem Quartierplan «eine gute städtebauliche Nutzung hervorbringt». Es gebe rund um das Areal Einfamilien – und Mehrfamilienhäuser, dazu die dicht befahren Kreuzung. «Dem wollen wir das Richtige entgegenhalten.»

Was Jourdan sagt, deckt sich weitgehend mit den Vorstellungen von Mettler2Invest. Dort spricht Raumplaner Rolf Bühler von einem «sehr guten Wohnungsbau mit wenigen Büroflächen. Auch er will «Rücksicht auf die bereits bestehende Wohnbauten nehmen» und «»städtebaulich richtig reagieren». Sicher ist für ihn, dass die bestehenden Gebäude zurückgebaut werden. Die Gemeinde strebt über beide Areale einen einzigen Quartierplan an, der zeitlich versetzt umgesetzt wird. Denn das Studentenhaus wird noch rund zehn Jahre lang bestehen. Auf der Seite des ehemaligen Möbelhauses hingegen möchte Bühler bauen, «sobald eine Baubewilligung da ist». Dann müsse man aber bereits wissen, was mit dem Eckgrundstück, der ehemaligen Klinik, passiere.

«Automeile aufbrechen»

«Das Schöne an diesem Projekt ist, dass man sich einig ist, was man will», sagt Jourdan, sichtlich befriedigt, dass die Planung vorwärts geht. Unterschiedliche Vorstellungen gibt es höchstens darin, wie prägnant das neue Bauwerk werden soll. Jourdan meint, es solle «eine quartierverträgliche Lösung» geben. Bühler möchte die «monotone Automeile», die sich vom Stadion nach Muttenz ziehe, «mit etwas Besonderem aufbrechen».