Checkliste
Die Heissleimschlacht vor dem Morgestraich

Fasnacht ist eine Herzensangelegenheit. Umso wichtiger ist es, vorher rasch den Kopf einzuschalten und zu prüfen, ob alles geflickt, bereit und dabei ist.

Nicolas Drechsler
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Ohne Batterie nur halb so schön: Kopfladäärnli am Morgestraich. mto

Ohne Batterie nur halb so schön: Kopfladäärnli am Morgestraich. mto

An der Larve für den Morgestraich sitzt die Perücke locker, wo ist die Halskrause für den Harlekin jetzt schon wieder, wer hat meinen Umhang gesehen, und hatte die Alte Tante nicht einmal ein Kopfladäärnli und wenn nein, warum nicht?! Das Wochenende vor der Fasnacht ist grundsätzlich die Zeit des Bastelns und der Reparaturen in letzter Sekunde. Was automatisch zur nächsten Fragerunde führt: «Wo ist die Munition für die Heissleimpistole, hatten wir nicht mal einen grossen Bostitch, und wieso hat es keine 9-V-Batterien mehr?» Einkäufe am Sonntag vor der Fasnacht sind ein mühsames Geschäft. Eigentlich sollte es ein Gesetz geben, das Do-it-yourself-Läden an diesem Tag verpflichtet, geöffnet zu haben. Denn irgendwie fehlt jedes Jahr irgendetwas.

Und wenn wir schon beim Einkaufen sind, folgende Gegenstände dürfen an der Fasnacht nicht fehlen: Ohne Sicherheitsnadeln an die Fasnacht zu gehen, ist grob fahrlässig! Reisst nicht am eigenen Kostüm etwas, dann rutschen garantiert die Gamaschen des Nebenmannes, oder es löst sich der Hut der Vorderfrau. Angesichts der prognostizierten Temperaturen und Wetterverhältnisse sind Wärmebeutel und eine Pelerine ebenfalls Pflicht: Höchsttemperaturen von einem Grad und Niederschläge aller Art stehen uns ins Haus.

Sicherheitsnadel, Impregniermittel, Handwärmer

Das bringt uns zum nächsten wichtigen Punkt auf der Fasnachts-Checkliste: die Schuhe imprägnieren. Nein, es reicht nicht, sie am Montagmorgen um Viertel vor Vier einzusprayen, das Zeug muss Zeit haben einzuwirken. Ebenfalls mit Vorteil vor dem Morgestraich zu erledigen, ist der Einkauf von Batterien für das Kopfladäärnli und sonstige Beleuchtungen an Larve und Kostüm. Und immer eine zusätzliche Batterie mitnehmen, irgendein Kollege hat seine sicher vergessen. Dann ist Bargeld immer ein nützlicher Begleiter, sämtliche Geldautomaten in der Innenstadt sind erfahrungsgemäss vor dem ersten Halt bereits leer geräumt.

Und zu guter Letzt: D’Blaggedde! Entweder man hat gleich vier, oder aber man muss daran denken, sie am Sonntagabend vom Mantel ans Morgestraich-Goschdyym umzumontieren, nach dem Morgestraich ans Zugskostüm, von dort am Dienstagmorgen ans Zyschdigsgoschdyym und dann wieder zurück ans Zugskostüm. Ach ja, am Sonntagabend den Wecker zu stellen, kann den Fasnachtsgenuss enorm steigern.