Betrüger
Die Hoffnung auf ein gutes Geschäft hilft den Abzockern

Im Baselbiet nimmt die Zahl an Bankkarten-Trickser massiv zu. Im laufenden Jahr sind es bereits mehr als im vergangenen. Die Betrüger sin der Polizei immer einen Schritt voraus.

Anna Wanner
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Die Zahl der Bankkarten-Trickser nimmt zu.

Die Zahl der Bankkarten-Trickser nimmt zu.

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Gezinkte Bancomaten, falsche Auto-Schnäppchen und angebliche Verwandte, die in Geldnot stecken und sich von Oma oder Opa Hilfe holen wollen – Meldungen zu Betrügern, die leichtgläubige Baselbieter über den Tisch ziehen, häufen sich.

Ein selbst ernannter Teppichhändler knüpfte einem 74-jährigen Frenkendörfer 200000 Franken für Teppiche ab, die den Preis nicht wert waren oder gar nicht erst existierten. Ein Schnäppchenjäger fiel im Internet auf ein unschlagbares Angebot herein, in dem einer seinen Porsche für läppische 25000 Franken loswerden wollte. Rund die Hälfte bezahlte der interessierte Käufer im Voraus. Vom Auto fehlt bis heute jede Spur.

Bankkarten-Trickser nehmen zu

Dies sind zwei Beispiele von Betrügern, die im Baselbiet ihre Opfer gefunden haben. Laut Rolf Wirz, Mediensprecher der Baselbieter Polizei, liegen noch keine Daten zur steigenden Zahl von Betrugsdelikten vor. Die Wahrnehmung, dass mehr betrogen wird, sei subjektiv. Betrüger gäbe es seit Menschengedenken.

Zumindest das Bankkarten-Skimming nimmt rasant zu, wie die az Solothurner Zeitung schreibt. Beim Skimming wird am Bancomat der Magnetstreifen der Bankkarte kopiert und die Geheimzahl des Kunden durch eine Kamera eingefangen. 2009 manipulierten Bankkartenbetrüger 32 Geldautomaten in der Schweiz. 2010 waren es bereits 135 und im laufenden Jahr übertreffen die Bankkarten-Trickser diese Zahl um ein Mehrfaches. Denn alleine bis Mitte April wurden in der Schweiz 225 gezinkte Bancomaten registriert.

Wirz bestätigt die steigenden Fallzahlen und begründet, wieso Skimming nur schwer in den Griff zu kriegen ist: «Mit den neusten technischen Geräten und den kleinsten Kameras sind uns die Betrüger immer einen Schritt voraus.»

Anders sieht es im Fall des beschriebenen Teppichverkäufers aus. «Der Teppich-Trick ist nicht die Regel», sagt Wirz. Denn zuerst müsse der Betrüger jemanden finden, der so bereitwillig Geld ausgebe und ausserdem noch zahlungsfähig sei. Laut Wirz funktioniert der Teppich-Trick ähnlich wie die berüchtigten Enkel-Tricks, wo zuerst Vertrauen geschaffen und dann die – meist ältere – Person um den Finger gewickelt wird.

Opfer sind die Schnäppchenjäger

Den Internet-Abzockern laufen vor allem Schnäppchenjäger ins Netz. «Realistischerweise wissen alle, dass ein Porsche nicht für 25000 Franken gekauft werden kann», sagt Wirz. Doch die Hoffnung, ein gutes Geschäft zu machen, treibe die Leute an, leichtfertig Geld einzuzahlen. Dabei würden die Käufer oftmals die «natürliche Schmerzgrenze einer Vorauszahlung» überschreiten, sagt der Polizeisprecher. Während der Preis für ein Buch oder eine CD bei einem Verlust noch zu verkraften wäre, ist bei teureren Objekten Vorsicht geboten. «Der Käufer soll verlangen, das Objekt zuerst anschauen zu können, bevor er etwas im Voraus bezahlt. Oder aber nur direkt Geld gegen Ware tauschen», empfiehlt Wirz bei Internetkäufen.

Grundsätzlich mahnt Wirz bei allen Betrugsfällen, Anzeige zu erstatten. Dann könne die Polizei aktiv werden und gegen diese Machenschaften vorgehen. «Wobei es uns lieber ist, wenn es gar nicht so weit kommt», ergänzt er.

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