Regierungswahlen
Die Königsmacher suchen den Trumpf - Rolf Richterich nimmt sich aus dem Rennen

Die bürgerliche Allianz tritt an den kommenden Regierungswahlen mit den Bisherigen Sabine Pegoraro, Thomas Weber und Anton Lauber an. Den vierten Kandidaten nominieren sie gemeinsam. Rolf Richterich nimmt sich selbst aus dem Rennen.

Bojan Stula und Hans-Martin Jermann
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Rolf Richterich

Rolf Richterich

Juri Junkov

In die Karten will sich keiner der drei Königsmacher blicken lassen. Weder der Baselbieter SVP-Präsident Oskar Kämpfer noch FDP-Präsidentin Christine Frey oder CVP-Präsident Marc Scherrer. Klar ist aber, dass das Trio in den nächsten Tagen, vielleicht sogar schon heute, den vierten Regierungskandidaten für das gemeinsame Ticket bestimmen wird, mit dem die bürgerliche Wahlallianz im Februar 2015 antreten möchte.

Gesetzt sind die drei bisherigen Regierungsräte Sabine Pegoraro (FDP), Thomas Weber (SVP) und Anton Lauber (CVP). Spätestens bis nächsten Donnerstag muss der Entscheid über den vierten Namen gefallen sein, denn am 21. August werden die SVP und FDP an ihren Parteitagen die jeweiligen Kandidaten bestätigen. Die CVP folgt mit ihrem Nominierungsparteitag am 26. August.

Caroline Mall (47), SVP, Reinach
5 Bilder
Monica Gschwind (51), FDP, Hölstein
Dominik Straumann (38), SVP, Muttenz
Jacqueline Wunderer (50), SVP, Röschenz
Mike Keller (48), FDP, Binningen

Caroline Mall (47), SVP, Reinach

Martin Töngi

Kämpfers, Freys und Scherrers Wahl wird auf eine oder einen der fünf in der Bildergalerie beschriebenen Kandidatinnen und Kandidaten fallen, die sich in den vergangenen Wochen mal mehr, mal weniger lautstark für das Regierungsamt in Position gebracht haben. Rolf Richterich der FDP Laufen hat sich heute selbst aus dem Rennen genommen. Er gehörte zu den möglichen Kandidaten, jedoch wurden dem 47-Jährigen nicht viele Chancen zugesprochen.

Gemäss früheren Aussagen aus der SVP- und FDP-Führungsetage gilt der Anspruch, diejenige Person mit den grössten Wahlchancen bei der Mehrheit des Baselbieter Wahlvolks zu bestimmen. Denn den Bürgerlichen ist es ernst mit dem Angriff auf einen der beiden rot-grünen Regierungssitze, um so die 2011 mit der Nichtwiederwahl von SVP-Baudirektor Jörg Krähenbühl erlittene Schmach zu tilgen.

Das spricht eher gegen einen Namen aus dem SVP-Trio und für eine gemässigt liberale Kandidatin wie die Hölsteiner Gemeindepräsidentin Monica Gschwind. Dies, obschon die SVP mit einem Wähleranteil von knapp 24 Prozent (Landratswahlen 2011) den stärkeren Anspruch auf einen zweiten Regierungssitz erheben darf als die 2011 mit 15 Prozent abgestrafte FDP. Am ehesten kann sich der junge und gemässigte SVP-Fraktionschef Dominik Straumann Hoffnungen machen.

Von vornherein ohne Chance, von der SVP oder FDP ins Auge gefasst zu werden, blieb der Laufentaler BDP-Kandidat Matthias Imhof, obschon ihn gewisse CVP-Kreise gerne unterstützen würden.