Waffenplatz Liestal
Die letzte RS in Liestal: Fackelmarsch setzt Schlusspunkt

Mit einer militärischen Auflösungsfeier ist am Dienstagabend die letzte Rekrutenschule in Liestal verabschiedet worden. Neu sind hier die Offiziersschüler der Infanterie beheimatet.

Bojan Stula
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Inf RS 13 gibt die Fahne ab

Inf RS 13 gibt die Fahne ab

Bojan Stula

1877 beschloss das Eidgenössische Militärdepartement, in Liestal die Genietruppen und einmal im Jahr eine Infanterie-Rekrutenschule ausbilden zu lassen. Bis auf eine kurze Ausnahme, während des Kasernenumbaus in den 2000er-Jahren, setzte sich diese Tradition bei der Infanterie bis zuletzt fort. Ab 2008 trug die Liestaler Inf RS die Zahl 13 im Namen. In dieser Zeit durchliefen laut offiziellen Angaben 5800 Soldaten, 1000 Offiziere und 300 Offiziere in der Baselbieter Kantonshauptstadt ihre Ausbildung.

Jetzt schwitzen in Liestal die Offiziersschüler

Der Nachfolger, die Infanterie-Offiziersschule, hat bereits vor einigen Wochen seinen erstmaligen Betrieb auf dem Liestaler Waffenplatz aufgenommen. Ab Ende November kommt eine Durchdiener-Bereitschaftskompanie der Infanterie hinzu. Gerechnet wird 2018 mit 87'500 Logiernächten und 250'000 ausgegebenen Mahlzeiten. 2016 waren es in der Kaserne noch rund 70'000 Logiernächte gewesen.

"Der Waffenplatz Liestal wird aufgewertet", kündigte der Standortkommandant, Oberst im Generalstab Hubert Bittel (50), vor der Auflösungsfeier an, was vor allem auf die permanente Präsenz der rund 225 Angehörigen der Durchdienerkompanie zurückzuführen sein wird. Der Oberst selbst wird dagegen Ende Jahr von Liestal nach Birmenstorf umziehen müssen. Seinen Wehmut, der mit diesem Abschied aus dem Baselbiet verbunden ist, mochte der kernige Oberwalliser in seiner Abschiedsrede nicht verhehlen.

Stolz ist der Schulkommandant auf die Ergebnisse einer Umfrage unter den aktuellen Rekruten Ende August, welche hohe Werte bezüglich der Zufriedenheit mit der Behandlung durch die Kader und die Art der Ausbildung erbrachte. Ebenfalls durfte er sich glücklich schätzen, dass es während seines Kommandos zu keinerlei schwereren Unfällen gekommen sei.

Ungebrochene Bedeutung der Armee

In ihrer Festansprache unterstrich FDP-Nationalrätin Daniela Schneeberger mit Verweis auf die Lage in Nordkorea die ungebrochene Bedeutung der Armee für die Landesverteidigung und die Schweizer Eidgenossenschaft. Sie wünschte ihr weiterhin eine möglichst tiefe Verbundenheit mit und Verankerung in der Bevölkerung. Ebenso betonte sie den Wert als zivile Kaderschmiede. Dass sie in ihrer Ansprache die vor einem Tag zu Soldaten beförderten Armeeangehörigen noch immer als "Rekruten" bezeichnete, dürfte ihr allgemein verziehen worden sein.