Umfrage
Die Menschen ziehen der Liebe wegen nach Läufelfingen

Die Leute von Läufelfingen fühlen sich wohl im Dorf. Das ist das Fazit einer Umfrage bei der Bevölkerung und bei den juristischen Personen in der 1270 Seelen zählenden Gemeinde am Unteren Hauenstein.

Otto Graf
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Die Umnutzung des Kohlerareals braucht viel Zeit. Das ist eines der Anliegen der Bewohner in der Gemeinde. Archivfoto

Die Umnutzung des Kohlerareals braucht viel Zeit. Das ist eines der Anliegen der Bewohner in der Gemeinde. Archivfoto

Otto Graf

Am Donnerstag stellten Andrea Urech und Robin Lehner, beide studieren an der Fachhochschule Nordwestschweiz, die Ergebnisse der Erhebung als Diplomarbeit an einem Informationsanlass der Öffentlichkeit vor.

Das Werk ist über 100 A4-Seiten stark und dient der Gemeinde als Instrument für die künftige Entwicklung des Dorfes. «Die Impulse der Entwicklung müssen von der Basis kommen und dürfen nicht von oben diktiert werden», gab Gemeindepräsident Dieter Forter zu verstehen. Genau das macht die Analyse. Sie zeigt die Antworten auf die Umfrage zu den Stärken, Schwächen, Chancen und Risiken von Läufelfingen.

Von den insgesamt 580 Haushaltungen gaben 133 den Fragebogen ausgefüllt ab oder füllten ihn online aus. Die Rücklaufquote von 23 Prozent sei ein guter Wert, sagte Forter. Bei den juristischen Personen beantworteten 42 von 51 kontaktierten Firmen das Fragenpaket. Ausserdem wurden Interviews geführt.

Die Strasse ist wichtig

Die Einwohner erachten die Erreichbarkeit des Dorfes zuhinterst im Homburgertal als wichtig. Mit je zehn Kilometern nach Sissach und nach Olten über den Unteren Hauenstein sind sie mit der strassenseitigen Erschliessung zufrieden. Bei der Bahn, dem Läufelfingerli, wünschen sie sich ein Verdoppeln der Taktfrequenz auf 30 Minuten.

Hohe Werte erreichten die medizinische Versorgung und die Betreuung im Alter – dank des Hausarztes und des Altersheims in Läufelfingen. Sport, Freizeit und die Vereinskultur sowie die Natur werden ebenfalls hochgehalten.

Sehr zufrieden sind die Einwohnerinnen und Einwohner mit der Kompetenz des Gemeinderats und mit den Leistungen der Gemeinde. Hingegen wünschen sich viele Leute bessere Einkaufsmöglichkeiten. Verbesserungspotenzial besteht gemäss der Umfrage auch bei der Kinder- und Jugendbetreuung. Ebenso wurde mehrfach der Wunsch nach mehr kulturellen und gesellschaftlichen Anlässen vorgebracht, zum Beispiel ein Bauernmarkt, Konzerte, ein Vereinstag oder Theateraufführungen.

Die Gemeinschaft ist intakt

Viele Bewohner nennen familiäre Gründe, die Liebe inbegriffen, als Grund, warum sie ihre Zelte in Läufelfingen aufgeschlagen haben. «Dies spricht für eine sehr intakte Gemeinschaft innerhalb der Gemeinde», stellen die Autoren der Analyse, Andrea Urech und Robin Lehner, fest.

Einige Anliegen würden kurzfristig umgesetzt, andere, etwa das Umnutzen des Kohlerareals, bräuchten mehr Zeit, gab der Gemeindepräsident abschliessend zu verstehen. Etwas enttäuscht war Forter, dass dem Anlass nur etwa 40 Personen beiwohnten.