Allschwil
Die Mobilen Ärzte erzielen Vereinbarungen mit Gewerkschaft

Im Konflikt zwischen den Mobilen Ärzten und der Gewerkschaft Syna zeichnet sich eine Entspannung ab: Im Rahmen von Gesprächen wurden Vereinbarungen erzielt. Unterdessen erhielten die Mobilen Ärzte auch Unterstützung von zahlreichen Berufskollegen.

Andrea Schäfer
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Die Mobilen Ärzte Allschwil erhalten seit Mittwoch Rückendeckung von zahlreichen Ärzten der Region, die ihnen gute Arbeit bescheinigen durch das Unterzeichnen einer Petition.

Die Mobilen Ärzte Allschwil erhalten seit Mittwoch Rückendeckung von zahlreichen Ärzten der Region, die ihnen gute Arbeit bescheinigen durch das Unterzeichnen einer Petition.

zvg

Der private Notfalldienst Mobile Ärzte aus Allschwil erhält Rückendeckung von Ärzten der Region. Wie die BaZ am Donnerstag berichtet, haben der Allschwiler Allgemeinmediziner Markus Dreher und der Arlesheimer Kardiologe Olivier Friesewinkel eine Petition lanciert, mit der sie sich hinter das Unternehmen stellen und ihm ein «gutes Zeugnis» ausstellen. Bis am Mittwoch sei die Petition von 70 Ärzten unterschrieben worden.

Die Petition ist eine Reaktion auf die Berichterstattung zu den Mobilen Ärzten in der Sendung Kassensturz vom 24. März. Der Kassensturz erhob darin, gestützt durch die Gewerkschaft Syna, schwere Vorwürfe gegen die Mobilen Ärzte bezüglich Verstössen betreffend der Arbeitsbedingungen aber auch bezüglich der Patientensicherheit.

Inzwischen kam es zu einer Vereinbarung zwischen der Syna und den Mobilen Ärzten bezüglich Arbeitsbedingungen. Laut einer Medienmitteilung vom Mittwoch sind die Mobilen Ärzte im Austausch mit dem Baselbieter Amt für Industrie, Gewerbe und Arbeit (Kiga) darum bemüht, ihr Arbeitsmodell weiterzuentwickeln, «um eine vollständige Einhaltung der arbeitsgesetzlichen Vorgaben zu gewährleisten.» Die Gewerkschaft Syna sei dabei involviert und werde über die Resultate informiert.

Auch bezüglich der Forderung von Rückzahlungen von vier ehemaligen Mitarbeitern der Mobilen Ärzte werde gemeinsam nach einer gütlichen Regelung gesucht. Könne man sich bei einzelnen strittigen Punkten nicht einigen, so «legen Syna und die Mobilen Ärzte die entsprechende Rechtsfrage sachlich und abgestimmt dem zuständigen Arbeitsgericht zur Klärung vor.»

Um künftigen Auseinandersetzungen entgegenzuwirken, habe man gemeinsam auch eine Anlaufstelle bei der Syna eingerichtet, welche sowohl von Arbeitnehmern der Mobilen Ärzte als auch der Firma als Arbeitgeberin genutzt werden kann.

Syna krebst zurück

Klarer sind die Fronten auch bezüglich der Behandlungsqualität geworden. Die Syna musste eingestehen, dass ihr die Beweise weitgehend fehlen. Sie hält dies bezüglich nun fest, «dass ihr keine Fälle bekannt sind, in denen es bei den Mobilen Ärzten zu aufsichtsrechtlichen Beschwerden oder Verfahren, Haftpflichtforderungen oder Beanstandungen durch Krankenversicherer betreffend Rechnungsstellung gekommen ist», heisst es in der Medienmitteilung.

Zudem sei der Syna auch kein «identifizierbarer» Fall bekannt, in dem ein Patient nachweislich durch Fehlverhalten der Mobilen Ärzte zu Schaden gekommen ist.

Wie es abschliessend in der Medienmitteilung heisst, können durch die gütliche Einigung rechtliche Schritte weitgehend, eventuell sogar ganz, vermieden werden.